• Ohrakupunktur und Zahnheilkunde

Die Akupunktur ist eine der ältesten Therapiemethoden der Menschheit und aktuell wie nie zuvor.

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Akupunktur und Zahnmedizin

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Die Akupunktur ist mit ihrer 3000-jährigen Geschichte eine der ältesten Therapiemethoden der Menschheit und trotzdem aktuell wie nie zuvor. Erfüllt sie doch in ihrer ganzheitlichen Sichtweise von Gesundheit und Krankheit, in ihrer Nebenwirkungsfreiheit, und nicht zuletzt in ihrer hohen Wirksamkeit entscheidende Anforderungen an die moderne Medizin. Sie gewinnt durch ihre Vorzüge zunehmend an Bedeutung, gerade in einer Zeit, in der Patienten wieder sanfte Formen der Behandlung suchen und sich als Menschen verstanden wissen möchten.

Für die Anwendung in einer Zahnarztpraxis bietet sich eher die jüngere, europäische Akupunkturvariante - die Ohrakupunktur - an, weil diese Methode wesentliche Vorteile in der praktischen Durchführung bietet: Es ist nicht notwendig, dass sich der Patient entkleidet - was in einer zahnärztlichen Praxis zumeist Skepsis von seiten der Patienten auslösen würde. Die Techniken sind ohne übermäßigen Aufwand zu erlernen, weil die traditionell-chinesischen Theorien für die Ohrakupunktur nur eine nachrangige Rolle spielen, und die Wirksamkeit für den zahnärztlichen Bereich hervorragend ist.

Diese Methode wurde in den 50er Jahren von Paul Nogier, Lyon entdeckt und seither unter Mitarbeit vieler hervorragender Akupunkteure (wie F. Bahr, München) zu einer umfassenden medizinischen Disziplin weiterentwickelt. Der vorliegende Buchbeitrag will dem geschätzten Leser einen kleinen Blick auf die Möglichkeiten dieser Technik bieten, will neugierig machen und zum weiteren Studium anregen. Er kann schon allein aus Platzgründen die einzelnen Themenbereiche nicht erschöpfend abhandeln und meist nur das Wichtigste anreißen. Die intensive Auseinandersetzung und das Erlernen dieser Methode muss den Fachkursen vorbehalten bleiben, denn Akupunktur kann man nicht aus Büchern lernen. Daher sind für weiter Interessierte am Ende dieses Artikels Kontaktadressen und Möglichkeiten zur weiterführenden Information angeführt.
  • Bedeutung der Ohrakupunktur für die Zahnmedizin

    In der Diagnostik: Störherddiagnostik, Materialtestung, Feststellen allergischer und toxischer Belastungen, Testung von Medikamenten, Vitaminen und Spurenelementen Die von P. Nogier und F. Bahr entwickelte Diagnostik auf der Basis der Ohrakupunktur und des unten erwähnten RAC-Pulsreflexes nennt man "Auriculomedizin".

    In der Therapie: Schmerzprophylaxe und -behandlung, Entzündungs- und Störherdunterdrückung, psychische Relaxation, Förderung der Wundheilung, Therapie diverser Erkrankungen in der zahnmedizinischen Regio
  • Entwicklung der Ohrakupunktur

    Bereits 1717 beginnt die Geschichte der Ohrakupunktur mit der Entdeckung eines Punktes zur Unterdrückung von Zahnschmerzen durch Vasalva, dieser Punkt hat allerdings heute keine Bedeutung mehr. In der weiteren Geschichte wurden zunehmend Areale zur Beeinflussung von Schmerzen aller Art wie Lumbago, Dentalneuralgien, Fazialisstörungen und ähnlichen Beschwerden gefunden und mittels Kauterisation, Einschneiden und Drücken gereizt.

    Mitte der 50er Jahre dieses Jahrhunderts entwickelte Dr. Paul Nogier aus Lyon die umfassende Ohrakupunktur, die wir heute kennen, und bei deren Erforschung sich vor allem Dr. Frank Bahr aus München große Verdienste erworben hat. Der gesamte Körper konnte in seiner Projektion am Ohr dargestellt und eine Karte aller Reflexlokalisationen am Ohr herausgegeben werden. Darüberhinaus wurde eine große Zahl von allgemein wirksamen Punkten gefunden, die psychische, energetische, schmerzunterdrückende, entzündungshemmende und ähnliche Wirkungen aufweisen.

    Schließlich ist es sogar gelungen, über das Ohr eine elegante Störherddiagnostik zu entwickeln, Substanzen wie Vitamine, Spurenelemente, Toxine, Materialien und Medikamente auszutesten und somit ein ganzes Gebäude einer neuen medizinischen Disziplin zu erbauen, welches von ihren Entwicklern "Auriculomedizin" genannt wurde.
  • Wirkungsweise der Ohrakupunktur

    Die Ohrakupunktur ist eine Reflextherapie, entsprechend z.B. der Fußreflexzonenmassage. Am Ohr sind sämtliche Körperteile zonenförmig abgebildet. Diese Ohrzonen stehen über direkte Reflexwege via innervierende Nerven - Gehirn - periphere Nerven mit den entsprechenden Körperteilen und Organen in Verbindung.

    Die Haut des Ohres ist unter normalen Umständen kaum schmerzhaft. Tritt aber irgendwo am Körper ein pathologisches Geschehen auf, so entwickelt die dazugehörige Zone der Ohrhaut eine auffällige Druckschmerzhaftigkeit. Mit Hilfe dieses Phänomens gelang Nogier das Auffinden der ersten Korrespondenzen, indem er mit Sonden die gesamte Ohrmuschel exakt auf Druckschmerzhaftigkeit untersuchte und so feststellen konnte, auf welches Areal des Ohres sich die einzelnen Organe und ihre Erkrankungen projizieren.

    Auch heute noch bedienen wir uns dieses Phänomens in der Praxis, wenn wir die Punkte nach der Druckschmerzhaftigkeit suchen. Bei einem gesunden Menschen lassen sich in der Regel keine schmerzhaften Ohrakupunkturpunkte nachweisen. Erst im pathologischen Zustand, wenn ein Körperteil erkrankt ist, wird der zugehörige Punkt nachweisbar. Wir sprechen von "aktiven Punkten".

    Die Akupunkturzonen bzw. -punkte weisen zudem im pathologischen Fall einen niedrigeren Hautwiderstand auf, was für die Suche mit Punktsuchgeräten ausgenutzt wird. Weiters zeigt die pathologische Zone eine elektrische Potentialdifferenz zur angrenzenden Haut von 2 - 60 mV, ist also positiv oder negativ geladen. Dies kann mittels der Techniken, die vom RAC/Nogier-Reflex unterstützt werden, zur Punktsuche genutzt werden. Zusätzlich zeigt sich ein aktiver Punkt durch eine erhöhte Wärmeabstrahlung, die ebenfalls eindeutig mit Meßgeräten nachgewiesen werden kann.
  • Diagnostik unter Berücksichtigung der Druckschmerzhaftigkeit

    Im gesunden Zustand ist das gesamte Ohr gleichmäßig nur gering gegen Druck und Berührung empfindlich. Doch im Falle eines pathologischen Prozesses irgendwo im Körper oder einer psychischen Irritation entwickeln einzelne Areale des Ohres eine auffällige Druckschmerzhaftigkeit, sind oft sogar spontan schmerzhaft. Dieses Phänomen hat den Pionieren der Ohrakupunktur - allen voran Nogier in Lyon - die ersten Projektionszonen von Körperarealen am Ohr gezeigt.

    Mittels einer Sonde oder eines speziellen Drucktasters werden beide Ohren exakt untersucht und auf besonders schmerzhafte Areale geachtet. Drückt der Untersucher auf einen aktiven Punkt, so empfindet der Patient einen deutlichen Druckschmerz von stechendem Charakter.

    Für die Punktsuche ist natürlich die Kenntnis der einzelnen Ohrprojektionen von Vorteil, sodaß Sie z.B. bei Zahnschmerzen nicht das gesamte Ohr, sondern lediglich die Kieferregion absuchen müssen. Bei entsprechender Übung lassen sich mit dieser unkomplizierten Methode die meisten Punkte des Ohres ohne große Probleme untersuchen und damit die Basis für eine Therapie schaffen.

    Interessant ist, daß die Druckschmerzhaftigkeit der einzelnen Punkte, wir sagen "ihre Aktivität", exakt mit der Intensität der Erkrankung korreliert: Die Punkte sind im Zustand der akuten Erkrankung äußerst schmerzhaft und nehmen mit zunehmender Heilung an Empfindlichkeit ab. Es kann also mit dem Befund der Schmerzhaftigkeit eine Aussage über den momentanen Schweregrad einer Erkrankung getroffen werden, und der Verlauf der Erkrankung kann sehr gut von Sitzung zu Sitzung beobachtet werden.
  • Das Punktsuchgerät

    Die Prozedur der Punktsuche lässt sich verfeinert und exakter mit Hilfe eines Punktsuchgeräts durchführen. Dabei ist ein Gerät mit 2 Elektroden (zentrale Punktelektrode und umschließende Ringelektrode) von großem Vorteil, weil diese Technik einerseits besonders gute Suchergebnisse bringt und andererseits den Ladungszustand des Akupunkturpunktes im Vergleich zur Umgebung misst. Somit wird festgestellt, welche Punkte mit einer Gold und welche mit einer Silbernadel gestochen werden sollen, denn die Goldpunkte weisen eine negative, die Silberpunkte eine positive Ladung auf.
  • Der RAC (Leriche-Nogier-Reflex)

    Die exakteste und aussagekräftigste Diagnostik wird durch den RAC oder Leriche-Nogier-Reflex ermöglicht. Dieser wurde 1968 von Nogier entdeckt und ist eine momentane, geringe Veränderung der Pulswelle, die bei jeder Streßreaktion des Organismus auftritt und von seinem Entdecker "Reflex auriculo-cardiaque", kurz RAC, genannt wurde. Bei der Arbeit mit dem RAC werden unter andauernder Pulstastung vom geschulten Arzt die Akupunkturpunkte gesucht und alle weiteren Tests der Auriculomedizin wie unten beschrieben durchgeführt. Sobald dieser mit geeigneten, einfachen Geräten über aktive Punkte, Störherde, Vitaminhinweispunkte usw. streicht, tritt sofort ein RAC auf und "zeigt" den Punkt an.

    Der RAC ermöglicht die Feststellung des geeigneten Nadelmaterials für die Therapie, die Austestung von Störherden, Vitamin- und Spurenelementmängeln, von toxischen Belastungen, Allergien, Substanztestungen u.v.a. Der RAC ist als eine Antwort des Organismus auf eine an ihn gestellte "Frage" zu interpretieren; Beinahe unbegrenzte Aussagen können damit gewonnen werden. Dies macht den RAC zu einem der universellsten Handwerkszeuge in der Medizin.
  • Möglichkeiten der Punktstimulation

    Wie oben erwähnt, werden die Punkte üblicherweise mit Gold- und Silbernadeln gestochen. Weitere Möglichkeiten der Punktreizung sind das Drücken und Massieren der Punkte - Akupressur, das Erwärmen der Punkte, indem die gestochenen Nadeln mit einem Feuerzeug erhitzt werden - Moxierung, die Stimulation der Punkte mittels Laser - Laserakupunktur oder die Reizung mittels elektrischer Punktstimulatoren, die über gestochene Nadeln einen leichten Reizstrom in den Punkt einbringen - Elektroakupunktur. Diese zusätzlichen Stimulationsmethoden erhöhen die Wirkung der normalen Nadelakupunktur beträchtlich und müssen vor allem bei allen schwer therapierbaren Erkrankungen dringend empfohlen werden.
  • Die Störherdhinweispunkte

    Einer der grundlegenden Vorteile der Auriculomedizin ist die Kombination der Akupunktur mit einer eleganten und effektiven Störherddiagnostik und -therapie, die sehr häufig erst den Weg zu einer erfolgreichen Behandlung mittels Akupunktur oder irgendeiner anderen medizinischen Methode ebnet, denn ein durch Störherde belasteter Organismus ist blockiert und kann auf eine Behandlung nicht wie gewünscht reagieren. So gut die Therapie auch sein mag - das Aufdecken von Störherden ist in vielen Fällen erst der Schlüssel zum Erfolg.

    Die Auriculomedizin bietet für diese Diagnostik ein Hilfsmittel an, welches mehrere immense Vorteile bringt: Denn
    1. es muss nicht jeder verdächtige Bezirk des gesamten Körpers mühevoll durchgeprüft werden,
    2. es kann sofort festgestellt werden, wieviele Störherde vorliegen,
    3. es kann der Schweregrad dieser Störherde sofort ermittelt werden,
    4. es können die Störherde auch an inneren Organen exakt aufgespürt werden,
    5. es können begleitende Vitamin- und Spurenelementverschiebungen festgestellt werden und
    6. es kann der Erfolg der Behandlung überprüft werden.

    Dieses Hilfsmittel sind die Störherdhinweispunkte (Abb. 15), deren Auftreten das Vorhandensein von Störherden und gleichzeitig ihren Schweregrad anzeigen. Sie werden unter RAC/Nogier-Reflex Kontrolle überprüft und liegen an folgenden Lokalisationen:

Allgemeines zur Therapie

Die gefundenen Punkte sollen idealerweise mit Gold- und Silbernadeln entsprechend der Diagnostik gestochen werden, weil Edelmatallnadeln einen intensiveren Effekt auslösen als Stahlnadeln. Goldnadeln werden zusätzlich noch leicht gedreht und mittels eines Feuerzeugs erhitzt, um die Wirkung weiter zu erhöhen. In der Ohrakupunktur verwenden wir üblicherweise Nadeln mit einer Dicke von 0,7 bis 0,8 mm und einer Länge von 10 bis 30 mm.

Für eine effiziente Behandlung eines Punktes ist entscheidend, dass die Nadel optimal zentral positioniert wird. In einzelnen Fällen reicht eine Nadel nicht aus, um einen sehr großen Punkt - man spricht dann besser von einem pathologischen Areal - optimal zu behandeln. Dann müssen noch weitere Nadeln gestochen werden, um das gesamte Areal zu erfassen...

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    Nur so ist es möglich, einen nachhaltigen und guten Effekt auszulösen. Weiters kann die Stimulation des Punktes zusätzlich durch die Verwendung eines Lasergeräts oder durch Anlegen eines elektrischen Nadelstimulators intensiviert werden. Es ist dringend auf eine intensive Reizung der gefundenen Punkte zu achten. Nur so kann für den Patienten und den Arzt ein befriedigender Therapieeffekt erzielt werden.

    Die Behandlung wird üblicherweise einmal pro Woche - in sehr akuten Fällen zweimal pro Woche - durchgeführt. Nach spätestens 4 Behandlungen muss sich eine deutliche Wirkung eingestellt haben, sonst ist die Therapie grundsätzlich neu zu überdenken oder abzubrechen.

    Die Behandlung muss je nach Ansprechen des Patienten sehr unterschiedlich oft wiederholt werden. In einzelnen Fällen reicht eine einmalige Behandlung aus, hin und wieder muss bis zu zehnmal wiederholt gestochen werden. Es kann also nur von Sitzung zu Sitzung unter Rücksprache mit dem Patienten und unter Berücksichtigung seiner individuellen Situation das weitere Vorgehen festgelegt werden.
Die Techniken sind ohne übermäßigen Aufwand zu erlernen und die Wirksamkeit ist für den zahnärztlichen Bereich hervorragend.

Aufsuchen des Störherdes

Sobald die Störherdhinweispunkte kontrolliert wurden und somit festgestellt wurde, ob und wie viele Störungen vorliegen, wird im anschließenden Arbeitsvorgang der eigentliche Störherd bzw. die Störherde mit Hilfe des RAC am Ohr aufgesucht. Da am Ohr einzelne Regionen sehr enge Bezirke darstellen, und hin und wieder einzelne Punkte nicht exakt genug unterschieden werden können, muss teilweise die Diagnostik am Körper angeschlossen werden. Beispielsweise können bei Verdacht auf einen Zahnstörherd im rechten Oberkiefer nach der Diagnostik am Ohr die einzelnen Zähne durchgetestet werden, um den wahren Störherd aufzudecken. Oder bei Verdacht auf Störung durch eine Narbe wird anschließend an die Ohrdiagnostik die Narbe selbst ausgetestet, wobei immer nur ein kleines Stück der Narbe als Störherd erkannt wird - niemals stört eine gesamte Narbe. Demgemäß ist die Infiltration einer ganzen Narbe nicht nur sinnlos sondern auch eine unnötige Belastung des Patienten.

Störherdtherapie

Für die Therapie aufgedeckter Störherde stehen glücklicherweise viele Methoden offen, die sich als wirkungsvoll erwiesen haben, von "schulmedizinischen bis zu komplementären ". Die wirkungsvolle Ausschaltung von Störherden ist meist so schwierig, daß ohnehin nur der wohldurchdachte Einsatz verschiedenster Methoden einen wirklich durchgreifenden Erfolg bringt.

  • Auch die Ohrakupunktur liefert einen wertvollen Beitrag und bietet mehrere Möglichkeiten für eine hocheffektive Therapie:



    1. Basisprogramm: Die oben erwähnten Punkte "Thymus" links in Gold und "PE1" rechts in Gold gestochen wirken in hohem Maße störherdunterdrückend und werden bei einem bedeutungsvollen Störherdgeschehen immer als Basisprogramm gestochen.

    2. Störherdausschaltung: Der gefundene Störherdpunkt wird am Ohr mit einer Goldnadel gestochen, diese Nadel mit einem Feuerzeug erhitzt und zusätzlich - falls vorhanden - Laser- und Elektrostimulation angewendet. Nach der üblichen Liegezeit der Nadeln von 20 Minuten wird die Goldnadel entfernt und an die selbe Stelle eine Dauernadel appliziert, die bis zur nächsten Sitzung in 5 bis 7 Tagen in situ verbleibt und eine hochgradige Beeinflussung des Ohrreflexpunktes bringt.

    3. Stärkung des Erfolgsorgans: Ein Störherd stört nicht zufällig auf eine bestimmte Körperstelle - z.B. die Schulter - und unterhält dort ein chronisches Schmerzgeschehen. Vielmehr ist diese Projektion ein Zeichen dafür, dass der Bereich der Schulter bereits eine Grundschädigung aufgewiesen hat, eine energetische Schwächung, die es dem Störherd ermöglicht, dort ein pathologisches Geschehen in Gang zu setzen. Es ist demnach entscheidend, diese Schwachstellen des Organismus ebenfalls in die Behandlung miteinzubeziehen und nicht nur, wie in der klassischen Neuraltherapie, die Störherde auszuschalten. Die schwachen Glieder im Gefüge des Organismus müssen gestärkt werden!

    4. Stärkung der Konstitution: Durch Berücksichtigung klassisch-chinesischer Überlegungen kann die Gesamtkonstitution des Patienten gestärkt werden, seine energetische Ausgangslage verbessert werden. Dadurch kann auf Dauer dem Rückfall in die Erkrankung vorgebeugt und dem Wiederauftreten bedenklicher Störherde entgegengewirkt werden.
  • Laser in Diagnostik und Therapie

    Das Laserlicht hat am Akupunkturpunkt zwei Wirkungen:

    1. Mechanisch: Es kommt beim Aufbringen eines Laserstrahls auf den Körper zu einer mechanischen Anregung der bestrahlten Strukturen, bei hoher Leistung eines Lasers sogar zu Erwärmung. Bekanntlich können sehr starke Laser aus diesem Grund als Schneidewerkzeuge in der Metallverarbeitung oder in der Chirurgie eingesetzt werden. Die für die Akupunktur verwendeten Laser verfügen über eine Ausgangsleistung von maximal 30 mW, die nur einen minimal merklichen thermischen Effekt im Gewebe bewirken, trotzdem aber eine intensive mechanische Anregung des Punktes zur Folge haben.

    2. Anregung von Atomen und Molekülen: In den bestrahlten Atomen und Molekülen kommt es durch die auftreffenden Photonen (Lichtquanten) des Laserstrahls zu einer energetischen Anregung einzelner Elektronen, die auf höhere Energieniveaus angehoben werden und gleich darauf ihrerseits wieder Photonen aussenden, die in tiefere Gewebebezirke vordringen können. Somit kommt es zu einer raschen Ausbreitung der Information, die das Laserlicht an einem Akupunkturpunkt einbringt. Heute werden zunehmend Infrarotlaser eingesetzt, die im Vergleich zu den Rotlichtlasern der letzten Generation eine fast doppelt so hohe Eindringtiefe in das Gewebe aufweisen.

    Eine Spezialität der Auriculomedizin ist die Anwendung spezifischer Frequenzen. Nogier und Bahr haben feststellen können, daß ein Laserstrahl, je nachdem mit welcher Frequenz er gepulst ist, für bestimmte Anwendungsbereiche eine noch wesentlich höhere Effektivität aufweist als ein ungepulster, kontinuierlicher Strahl. Diese Frequenzen stellen offensichtlich Zusatzinformationen dar, die der Organismus sehr gut aufnehmen und verwerten kann, und auf die wir daher in der Diagnostik und Therapie keinesfalls verzichten sollten. Das zeigt sich auch daran, daß z.B. über einem schlecht durchbluteten Gebiet erst nach dem Aufstrahlen des Laserlichts mit der Frequenz "B" ein wirklich deutlicher RAC auftritt.

    Folgende Frequenzen wurden von Nogier entdeckt: A-292 Hz: Frequenz der Störherde und Entzündungen - optimal geeignet für das Aufdecken von Störherden und deren Behandlung B-584 Hz: Nutritive Frequenz, die durchblutungsfördernd und stoffwechselanregend wirkt. C-1168 Hz: Mesenchymale Frequenz, die bei allen Erkrankungen des Bewegungsapparates Anwendung findet. D-2336 Hz: Frequenz der Lateralität und Koordination der Gehirnfunktionen, z.B. für die Behandlung von Legasthenikern, Bettnässern, unruhigen und lateralitätsgestörten Menschen E-4672 Hz: Frequenz des Rückenmarks, welche die Nervenleitung beeinflußt. F-9344 Hz: Psychosomatische Frequenz, die vor allem beim depressiven Zustandsbild und bei Entwicklungsstörungen von Kindern Anwendung findet. G-146 Hz: Psychosomatische Frequenz mit Bezug zu allgemeinen psychosomatischen Störungen, vor allem aber zu den Emotionen Aggression, Angst und Sorge

    Eine zweite Frequenzserie wurde von Bahr entdeckt: 1-599,5 Hz: Für die Diagnostik und Therapie des Hauptsymptoms eines Patienten 2-1199 Hz: Für die Diagnostik und Therapie von Folgeerscheinungen wie z.B. Gegenblockaden im Bereich der Wirbelsäule oder konsekutiver Mitreaktionen einzelner Organe 3-2398 Hz: Vor allem für psychosomatische Folgereaktionen der Grundkrankheit wie depressive Verstimmung und für Vitamin- und Spurenelementdiagnostik 4-4796 Hz: Für die Vitamin- und Spurenelementdiagnostik 5-9592 Hz: Stabilisierende, störherdunterdrückende Frequenz der Ordnung, die das Immunsystem intensiv stimuliert 6-149 Hz: lateralisierende Frequenz für die linke Körperseite bei Rechtshändern 7-299 Hz: lateralisierende Frequenz für die rechte Körperseite

    Diese Frequenzen erleichtern die Diagnostik, intensivieren den therapeutischen Effekt beträchtlich und stellen seit ihrer Entdeckung einen besonderen Vorteil der Auriculomedizin dar.
  • Magnetfeldtherapie

    Wie aus der physikalischen Medizin bekannt, haben Magnetfelder sehr vielschichtige Wirkungen. Vor allem wird die Durchblutung angeregt, die Regeneration nach Traumen verbessert, Callusbildung verstärkt und Schmerzen gelindert. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Anwendung von Magnetfeldern in der Zahnheilkunde in vielen Fällen, z.B. nach einer Extraktion.

    Zudem hat sich gezeigt, dass moderne Geräte, die ein mit den Frequenzen 6 und 7 gepulstes Magnetfeld erzeugen, zu einer deutlichen psychosomatischen Stabilisierung des Patienten führen, was wiederum eine beträchtliche Reduktion des Schmerzerlebens zur Folge hat. Solche Geräte sind demnach bei Anwendung vor und nach schmerzhaften Eingriffen von einem beträchtlichen Nutzen.
  • Materialtestungen

    Mit Hilfe RAC-unterstützter Spezialtechniken, deren Beschreibung bei weitem den Umfang dieser kurzen Abhandlung sprengen würde, gelingt es ohne großen Zeitaufwand und mit Sicherheit, Materialien und Substanzen bezüglich ihrer Wirkung auf den Organismus auszutesten. Das Erlernen dieser Techniken kann nur in speziellen Kursen und unter kontrolliertem Üben ermöglicht werden. An dieser Stelle können lediglich die Möglichkeiten der Auriculomedizin in diesem Bereich kurz angedeutet werden.

    Die Diagnostik von Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelemententgleisungen wurde bereits oben erwähnt. Darüber hinaus ist aber auch das Aufdecken von toxischen Belastungen wie z.B. einer Quecksilberintoxikation, einer Belastung mit Palladium, Fluor, Formaldehyd oder ähnlichen Substanzen möglich. Dabei kann nicht nur das Vorhandensein einer Belastung festgestellt werden, sonder zusätzlich auch ihr Schweregrad bestimmt werden.

    Weiters ist die Aussage über Unverträglichkeiten, optimale Legierungen für die zahntechnischen Versorgungen, optimale Kleber usw. ohne großen Zeitaufwand möglich.
  • Energetische und Konstitutionelle Akupunktur

    Ein zentrales Bemühen der Akupunktur ist es, den Patienten dauerhaft zu stabilisieren und losgelöst von einzelnen Symptomen wirklich tiefgreifend konstitutionell zu stärken. Dafür stehen uns die sogenannten Kardinalpunkte zur Verfügung, die aus chinesischer Sicht die Erbenergie, also die angeborenen Lebenskräfte eines Menschen, mobilisieren und dynamisieren können. Es sind dies in der Abb. 16 die Punkte: (1) Dünndarm 3, (2) Kreislauf 6, (3) Lunge 7 und (4) Gallenblase 41, die beim Rechshänder rechts in Gold gegeben werden und die Punkte (5) Dreifacher Erwärmer 5, (6) Niere 6, (7) Blase 62 und (8) Milz-Pankreas 4, die links in Gold gestochen werden. Diese Punkte wurden von Bahr auf das Ohr übertragen und stehen somit auch für die Ohrakupunktur zur Verfügung.

    Weiters bietet die Ohrakupunktur spezielle Punktprogramme für genetisch festgelegte Problembereiche eines Menschen an, sogenannte Achsenprogramme. So kennen wir z.B. ein Achsenprogramm gegen mesenchymale Schwäche, gegen rheumatische Disposition oder für die intensive Stimulation des Immunsystems.

    Als dritte Möglichkeit können wir bei energetisch schwachen Patienten intensiv auf die Lebenskräfte mit folgenden zwei Punkten einwirken, die als Hauptenergieachse bezeichnet werden: Diese drei Möglichkeiten der Ohrakupunktur können zu einer wesentlich höheren Erfolgsquote und zu einer längerfristigen Stabilisierung des Patienten beitragen, als es mit einer einfachen Ohrakupunktur möglich wäre. Erst die Kombination einer optimalen Behandlung der momentanen Beschwerden des Patineten mit einer effektiven Ausschaltung der Störherde und einer konstitutionellen Stabilisierung läßt den bestmöglichen Erfolg erzielen.
  • Korrespondenzzonen der einzelnen Zähne nach Bahr/Schmid

    Von verschiedenen Autoren wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder auf die Bedeutung der Zähne als Störherde (Huneke, Voll, Kramer) und auf reflektorische Zusammenhänge zwischen Zähnen und Organsystemen (Voll, Kramer, Gleditsch) hingewiesen. Es muss entsprechend dieser Erkenntnisse zwischen einer allgemeinen Beeinträchtigung des Organismus durch Störherde und einer gezielten Störwirkung in Richtung auf gewisse Organsysteme unterschieden werden.

    Jede Pathologie im Bereich eines Zahnes oder Parodontiums bewirkt zunächst ganz allgemein eine energetische Schwächung des Gesamtorganismus und seines Energiehaushalts. Hält diese Störung länger an, wird die energetische Gesamtsituation schlechter. Besteht nun im Organismus bereits eine Schwachstelle, so wird diese weiter geschwächt, bis sich an dieser Stelle eine Krankheit manifestiert. Nach dem Prinzip, daß immer das schwächste Glied einer Kette zuerst bricht, hat dann diese Erkrankung eines Organs oft primär keine besondere Beziehung zu dem ursächlich störenden Zahn. Erst wenn es keine ausgesprochene Schwachstelle im Organismus gibt, wird ein Zahnstörfeld in den Körperbereich hineinstören, der diesem Zahn zugeordnet ist.

    Der Frage dieser Zuordnungen sind F. Bahr und H. D. Schmid in den letzten Jahren intensiv nachgegangen und haben frühere Angaben mit Hilfe der RAC unterstützten Techniken überprüft. Dabei hat sich eine Zuordnungstabelle von Zahnkorrespondenzen ergeben, die im folgenden kurz vorgestellt werden soll.

    Die Schneidezähne 11 und 21 entsprechen dem Lungenparenchym oder dem Punkt Lu 7 der Körperakupunktur. Die Zähne 12 und 22 haben einen Reflexbezug zur Gallenblase und zum Magen entsprechend den Tonisierungspunkten dieser Organe Gb 43 und Ma 41. Die Eckzähne 13 und 23 korrespondieren mit dem Hüftgelenk und dem Punkt Gb 30.

    Die ersten Prämolaren 14 und 24 entsprechen dem Punkt Ni 7 und haben daher Bezug zur Niere und zum Urogenitalsystem. Die zweiten Prämolaren 15 und 25 entsprechen dem Herz und können im Fall einer Pathologie sowohl sensible wie motorische Störungen bewirken. Sie entsprechen den Punkten He 3 und He 4.

    Die ersten Molaren 16 und 26 korrespondieren mit dem Auge (Gb 1), die zweiten Molaren 17 und 27 haben einen starken Bezug zur Lunge und zum Angstgefühl (Der Punkt Lu 1 ist der Hauptpunkt gegen die Angst in der Körperakupunktur). Die Weisheitszähne 18 und 28 haben zum Punkt Ni 3 Bezug, der für die angeborene Erbenergie eines Menschen zuständig ist und einen starken Einfluß auf das Urogenitalsystem ausübt.

    Die Schneidezähne 31 und 41 entsprechen der Epiphyse und damit der chronobiologischen Steuerung, vor allem dem Schlaf-Wachrhythmus, dem Hormon Melatonin und dem Punkt Bl 62. Die Zähne 32 und 42 korrespondieren mit dem Thalamus, der u.a. das Schmerzzentrum des Organismus darstellt, und dem Punkt Di 4. Die Eckzähne 33 und 43 entsprechen dem Ggl. stellatum und dem Punkt KS 6.

    Die ersten Prämolaren 34 und 44 haben einen starken Bezug zur Blase und dem zuständigen Tonisierungspunkt Bl 67. Die zweiten Prämolaren 35 und 45 entsprechen dem Punkt Ni 6, der eine stark beruhigende, tranquilizerähnliche Wirkung entfaltet und bei allen urogenital fixierten psychosomatischen Beschwerden eingesetzt wird.

    Die Molaren 36 und 46 haben einen besonderen Bezug zur Schulter und dem Punkt Di 15. Die zweiten Molaren 37 und 47 korrespondieren mit dem Übergang HWS-BWS und dem dort lokalisierten Punkt Bl 11. Schließlich entsprechen die Weisheitszähne 38 und 48 dem Punkt Yin Tang, der einen besonderen Bezug zum Stammhirn und der grundlegenden vegetativen Steuerung des Organismus hat.

Nachwort

Wenn dieser Buchbeitrag, sehr geehrter Leser, Ihr Interesse an einer ganzheitlichen Sicht der ZMK-Heilkunde im allgemeinen und an der Auriculomedizin im speziellen wecken konnte, hat er seinen Sinn erfüllt. Dann freue ich mich gemeinsam mit Ihren Patienten, die ihr Vertrauen einem Arzt geschenkt haben, der Menschen behandeln will und nicht nur Zähne und ihre Wurzeln.