• Krebstherapie

Akupunktur in der Krebstherapie

Praktische Umsetzung der Anti-Ca-Therapie in der Aurikulomedizin nach NOGIER/BAHR

von Leopold Dorfer
S_Handrücken

1. Einleitung

In der Aurikulomedizin wurden innerhalb der letzten drei Jahrzehnten mehrere Möglichkeiten der adjuvanten Therapie von Krebskranken entwickelt. Mit einer Kombination von verschiedenen Behandlungsansätzen versucht man auf das vielschichtige und individuelle, pathologische Geschehen einzuwirken. Das zentrale Anliegen der Aurikulomedizin ist dabei, mit Hilfe des RAC (Nogier-Pulsreflex) die jeweils bestgeeignete Therapie auszutesten.

Beim RAC handelt es sich um eine unspezifische, reflektorische Veränderung der Pulsqualität, die bei jeder vegetativen Reizung eines Probanden auftritt und an der Arteria radialis getastet werden kann. Dieser Pulsreflex tritt nicht nur bei jeder Schrecksituation oder bei akutem Schmerzempfinden auf, sondern auch dann, wenn mit einem elektrischen Feld über aktive Akupunkturpunkte oder Störherde gestrichen wird, wenn Giftstoffe oder Allergene auf die Haut aufgelegt werden, wenn passende Arzneien, Medikamente, Vitamine oder Spurenelemente aufgelegt werden und bei vielen anderen Ereignissen.

Die Aurikulomedizin bietet nun ein System an, mit dessen Hilfe dieses Phänomen gezielt in der Diagnostik angewendet werden kann. Das Ziel dieser Methode ist, möglichst exakt und individuell die richtigen Akupunkturpunkte, Störherde, positiven und negativen Stoffe auszutesten. Diese Vorgangsweise hat sich in der Akupunktur, Homöopathie und in vielen anderen Zweigen der Medizin in den letzten drei Jahrzehnten bewährt.

2. Therapie-Regime

Die Aurikulomedizin versteht sich als Unterstützung der schulmedizinischen Behandlung. Folgende ergänzende Maßnahmen haben sich bewährt:

2.1 Störherd-Diagnostik und -therapie

Ca-Patienten weisen sehr häufig Störherdbelastungen auf, die zu einer massiven, energetischen Schwächung führen und damit die Heilungswahrscheinlichkeit reduzieren. Mit Hilfe der Aurikulomedizin gelingt es, Störherde zu entdecken, ihren Schweregrad festzustellen und effizient zu behandeln.

2.2 Ausgleich der Spurenelemente und Vitamine

Schwer kranke Patienten weisen zu annähernd 100 % eine Dysbalance im Spurenelement- und Vitaminhaushalt auf. RAC-kontrolliert können diese Entgleisungen entdeckt werden. Sobald diese ausgeglichen sind, fühlt sich der Patient wohler, bessert sich sein Allgemeinzustand und gewinnt er an Stabilität gegenüber der Nebenwirkung von Chemotherapie und Radiatio.

2.3 Konstitutionelle Akupunktur

Eine konstitutionelle Akupunktur kann eine grundsätzliche Verbesserung des Allgemeinzustands und der Energetik eines Patienten bewirken. Insbesondere wird eine Stimulation des Immunsystems bezweckt um die klinischen Therapiemaßnahmen optimal zu unterstützen. Bewährt haben sich vor allem folgende Punkte: 3E 5, der in der Aurikulomedizin als Hauptsteuerungspunkt des Immunsystems gilt, Ma 36 als wichtigster roborierender Punkt, Ni 3 und Ni 7 zur Aktivierung der Reserveenergien, Gb 41 als Kardinalpunkte-Partner des Punkte 3E 5 und He 6, der offenbar einen spezifischen Bezug zu allem Carcinomgeschehen aufweist.

2.4 Symptomatische Akupunktur

Die während der klinischen Anti-Ca-Therapie auftretenden Nebenwirkungen wie Nausea, Emesis, Schmerzen, Kreislaufstörungen usw. können rein symptomatisch sehr gut mittels Akupunktur in Grenzen gehalten werden. Erfahrungsgemäß tolerieren die Patienten unter laufender Akupunktur die klinischen Maßnahmen wesentlich besser, die vorgesehene Therapie kann hochdosiert und radikal durchgeführt werden.
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  • 2.5 Hochfrequenz nach BAHR

    Dr. Frank Bahr, München, fand 1993 eine Frequenz (493.306 Hz), die entsprechend unserer Erfahrungen zu einem bedeutsamen, energetischen Aufbau eines Ca-Patienten beitragen kann. Entsprechende Geräte, die mittels elektrischer Spulen diese Frequenz in den Organismus einspeisen stehen zum täglichen Einsatz zur Verfügung (Fa. Schwa-medico, Braunau).
  • 2.6 Homöopathika

    Mit Hilfe aurikulomedizinischer Methoden fand Bahr, dass zwei Homöopathika einen besonders spezifischen Bezug zum Ca-Geschehen aufweisen und sich therapeutisch besonders bewähren: Chininum sulfuricum und in zweiter Linie Naja triputians. Diese werden in hohen Potenzen über Jahre verabreicht.
  • 2.7 Naturheilkundliche Arzneien

    (siehe 3)
  • 2.8 Psychotherapie

    In zweifacher Weise erscheint die Anwendung von psychotherapeutischen Methoden beim Ca-Geschehen sinnvoll. 1. Dürfte in vielen Fällen ein psychisches Problem ursächlich beteiligt sein. 2. Entstehen sekundär durch die Ca-Therapie und die Existenzangst des Patienten zusätzliche, neue Probleme, die sich im Sinne eines Circulus vitiosus negativ auf die Entwicklung des Krankheitsbildes auswirken. Das Aufarbeiten dieser Problemsituationen erscheint daher äußerst sinnvoll.

3. Arzneien & Heilmittel

Ich will vorausschicken, dass die angeführte Liste sicherlich nicht vollständig ist und das auch gar nicht sein kann. Die Menge an Drogen, denen anticarcinogene Wirkungen nachgesagt werden, ist unüberschaubar. Die Intention, mit der diese Aufstellung erfolgte, ist, den verehrten Lesern Anregungen für die tägliche Arbeit mitzugeben, die sich in der Praxis des Autors tatsächlich bewährt haben. Alle angeführten Präparate werden bei Ca-Patienten vom Autor standardmäßig ausgetestet und das bzw. die Bestgeeigneten verabreicht.

3.1 Mistelpräparate

Die Wirksamkeit von Mistelpräparaten bei Ca-Erkrankung ist seit Jahren nachgewiesen. Mit Hilfe des RAC wird aus den gängigen Präparaten (Iscador, Isorel, Helixor - jeweils drei verschiedene Unterarten) das individuell beste ausgewählt. Entsprechend der Angaben der Hersteller werden die Präparate verabreicht.
  • 3.2 Thymuspräparate

    Zur Stimulation des Immunsystems bewähren sich Thymuspräparate (wie das Neythymun).
  • 3.3 Phytotherapeutika

    Sehr gerne verwenden wir die afrikanische Droge Teufelskralle als Tee und das tibetanische Präparat Padma 28.
  • 3.4 Ayur-Veda Präparate

    Aus der traditionellen indischen Medizin sind die Präparate Amrit Kalash und das K 15 zu empfehlen.
  • 3.5 Homöopathika

    (siehe 2.6)

4. Falldarstellungen

4.1 Hannelore K., 45 Jahre

Dieser Paradefall des Autors kam im Juli 1994 (also vor nunmehr fast 5 Jahren) zur Erstbehandlung. Der damalige Zustand war katastrophal: Bei der Grunddiagnose Mamma-Ca rechts Stadium IV bestanden multiple Lebermetastasen und eine Carcinosis peritonei mit hochgradigem Ascites. Die Patientin wurde von den klinischen Kollegen als präfinal eingestuft und zum Sterben nach Hause entlassen. Die verbleibende Lebenszeit wurde auf 3 Wochen geschätzt. Unter der oben beschriebenen Vorgangsweise kam es zu einer - auch für den Autor - überraschenden Verbesserung des Allgemeinzustands.

Nach 6 Monaten wurde im Rahmen einer Oberbauch-Sonographie festgestellt, dass sich die multiplen Lebermetastasen in Regression befinden. Nach weiteren 6 Monaten waren die Metas wie auch die Carcinosis peritonei verschwunden! Die Patientin ist weiterhin in laufender klinischer und aurikulomedizinischer Kontrolle und wird einmal pro Monat akupunktiert und ausgetestet. Sie erfreut sich bester Gesundheit.
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4.2 Brigitte S., 30 Jahre

Bewusst schließe ich nun die Verlaufsbeschreibung eines objektiv negativ verlaufenden Falles an, da natürlich der erste Fall nicht als Standardsituation gelten kann. Häufig kommt es, wie bei Frau Brigitte S. letztlich doch zum Tod. Trotzdem zeigt sich auch in diesen Verläufen, dass die geschilderte Diagnose und Therapiemethode wesentliche Vorteile für den Patienten bringen kann.

Frau Brigitte S. wurde im März 1994 mit einem Cervix-Ca IV mit Beteiligung des Parametriums, des Rectums und der peritonealen Lymphknoten vorstellig. Die Radikaloperation war gerade durchgeführt worden, eine Chemotherapie und eine anschließende Radiatio waren geplant. Die verbleibende Lebenszeit wurde auf 3 - 4 Monate geschätzt. Unter intensiver aurikulomedizinischer Therapie und psychologischer Betreuung war es möglich, die Therapien in einem relativ guten Allgemeinzustand zu überstehen und das Leben bis Juli 1995 (also 16 Monate) zu verlängern. Dann kam es nicht, wie bei jungen Patienten üblich, zu einem langsamen und qualvollen Dahinscheiden, sondern bis eine Woche vor dem Tod konnte ein erstaunlich guter Allgemeinzustand gehalten werden. In der letzten Woche kam es dann schließlich zu einem fulminanten Zusammenbruch des Organismus und zu einem raschen, relativ sanften Tod.

Wenn wir schon nicht unser erstes und vornehmsten Ziel erreichen können, nämlich die Gesundung unserer Patienten, dann ist uns und den Betroffenen doch ein Trost, zu einem sanften Ende beitragen zu können.