Amalgam_220x220pxAmalgam, der Werkstoff, aus dem üblicherweise Zahnfüllungen angefertigt werden, ist ein besonderes Thema in der Naturheilkunde. Besteht es doch zu über 50 % aus Quecksilber, welches bekanntlich giftig ist. Mehrere Gramm dieser Metallmischung trägt der durchschnittliche Österreicher jahrelang in seinem Mund. Man kann von einer Belastung der Sonderklasse sprechen! Obwohl von vielen Ärzten, besonders von Zahnmedizinern, die Belastung durch Amalgams geleugnet wird, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen die Bedeutung dieses Problems deutlich auf.

Diesem Giftstoff kann aber wirkungsvoll begegnet werden. In den folgenden Artikeln wurde aufgrund wissenschaftlicher Daten das Problem analysiert und eine effektive Vorbeugung und Therapie vorgestellt.

Amalgam Review

Prof. Dr. med. Leopold Dorfer

Immer wieder wird versucht, das Problem von Schwermetallbelastungen im allgemeinen und von Quecksilber im besonderen in seiner medizinischen Bewertung zu verharmlosen. Anhand einer großen Anzahl neuester oder immer noch gültiger Ergebnisse der toxikologischen Forschung soll gezeigt werden, dass dieses Thema gültig und aktuell ist wie nie zuvor. Verschiedene diagnostische und therapeutische Ansätze werden vorgestellt und abschließend ein Therapieschema vorgeschlagen, das sich entsprechend der individuellen Belastung mit Quecksilber stufenweise aufbaut.

Einleitung

Lassen Sie mich an den Beginn dieses Artikels einen Ausspruch von Arthur SCHOPENHAUER setzen, der sagte: "Neue Gedanken und neue Wahrheiten gehen durch drei Stadien: Zuerst findet man sie lächerlich. Dann werden sie energisch bekämpft. Schließlich werden sie als völlig selbstverständlich akzeptiert."

Das Stadium drei hat die Diskussion bezüglich Amalgam und Quecksilber sicher noch nicht erreicht. Daher soll diese Arbeit denen, die das Amalgam verfechten, Grund zum Nachdenken liefern, und denen, die ihm distanziert gegenüberstehen, Argumente für die oft oberflächliche und unsachliche Diskussion bereitstellen.


Dieser Artikel verfolgt also drei Ziele:
  1. Er will dieses Thema allen betroffenen Kollegen wieder voll ins Bewusstsein bringen und mit Vehemenz auf seine Wichtigkeit hinweisen.
  2. Er will sachliche und abgesicherte Argumente gegen die Verwendung von Amalgam in der Zahnheilkunde liefern.
  3. Er will therapeutische Möglichkeiten aufzeigen, wie mit bestehenden Quecksilberbelastungen optimiert umgegangen werden kann.

Als Abschluss dieser kleinen Einleitung sei ein weiteres Zitat gesetzt. Univ. Prof. Beubler von der Universität Graz sagt schlicht: "Schwermetalle haben im Körper nichts zu suchen!"

1. Geschichte des Amalgams

Das Silberamalgam wurde 1819 in London als zahnärztlicher Werkstoff eingeführt, 1826 in Paris und damit erstmals auf dem europäischen Kontinent. Schon damals wurde von vielen Gelehrten vor dem Einsatz von Quecksilber und anderen Schwermetallen im Mund von Patienten gewarnt. An einigen Orten artete die Diskussion in einen regelrechten Krieg der Wissenschafter aus.

1840 wurde schließlich durch die American Society of Dental Surgeons erstmals die Anwendung offiziell verboten. Mitglieder, die gegen dieses Verbot verstießen, wurden sofort wegen "Malpraxis" ausgeschlossen. 1855 wurde dieses Verbot aufgrund intensiver Interventionen aufgehoben (1).
  • Der Streit der Wissenschafter ging auch an Europa nicht vorbei

    ... und mündete 1885 in einem Verbot von Amalgam in Osteuropa. 1926 sagte der namhafte Professor Alfred Stock, Berlin, unmissverständlich: "Es besteht kein Zweifel darüber, dass viele Symptome, darunter Ermüdung, Depression, Reizbarkeit, Schwindel, Gedächtnisschwäche, Mundentzündung, Diarrhöe, Appetitlosigkeit und chronische Katarrhe oft durch Quecksilber hervorgerufen werden, dem der Körper durch Amalgamfüllungen ausgesetzt ist". Und weiter:" Es wird dann wahrscheinlich festgestellt werden, dass das gedankenlose Einführen von Amalgam als Füllstoff für Zähne ein schweres Vergehen an der Menschheit gewesen ist."

    Derzeit wird ein Amalgamverzicht in Japan angestrebt, Schweden plant ab 1997/98 ein allgemeines Verbot ebenso wie Finnland ab 2000. In den skandinavischen Ländern herrschen bereits jetzt strengste Auflagen für die gesamte Verarbeitung und die Indikationsstellung.

    Interessant ist auch, dass die laut Impact-factor 100 besten medizinischen und toxikologischen Zeitschriften der Welt seit Jahren keinen Zweifel an der Giftigkeit des Amalgams und an den gesundheitlichen Gefahren von Schwermetallablagerungen im Körper lassen. Hunderte hochwertige Studien an Mensch und Tier haben in den vergangenen Jahrzehnten die möglichen Folgen unzweifelhaft belegt. Trotzdem verteidigen zweitklassige, wissenschaftliche Blätter - allen voran Zeitschriften von Zahnmediziner-Organisationen - diesen Werkstoff mit unnachahmlicher Halsstarrigkeit. In jedem anderen Fall von chronischer Giftbelastung am Arbeitsplatz steigen die Betroffenen auf die Barrikaden, schalten Arbeitsmediziner, Arbeitsinspektorat, Gewerkschaft und Presse ein. Nicht so in diesem Fall. Gerade die am meisten Betroffenen, die Zahnärzte, kämpfen um das Amalgam, als ginge es um ihre persönliche Existenz.
  • Zusammenhänge wollen einfach nicht gesehen werden...

    ... eigenartige Argumente, wie die "massive" Belastung unserer Nahrung mit Quecksilber mache es überflüssig, wegen der Belastung aus dem Zahnfüllmaterial nachzudenken, werden ins Treffen geführt. In dieser Auseinandersetzung kommt den Amalgam-Verfechtern ein Prinzip der Toxikologie zugute: Die heimtückische Pathogenese einer chronischen Vergiftung entzieht sich oft dem eindeutigen Nachweis. Bis zum Auftreten klarer Symptome können Jahrzehnte vergehen (2). Nur in den seltensten Fällen von chronischer Vergiftung gelingt ein unzweifelhafter Nachweis des pathogenetischen Zusammenhangs mit den beklagten Beschwerden.

    Zahnärzten werden im Umgang mit Amalgam weltweit strenge Hygieneauflagen erteilt. Amalgamspäne gelten in den meisten Staaten der Erde als Sondermüll und müssen entsprechend entsorgt werden. In den USA müssen vor der Einäscherung von Leichen die mit Amalgam versorgten Zähne gerissen werden, denn "die Umweltbelastung wäre zu groß". Dennoch sollen Patienten teilweise grammschwere Amalgamfüllungen jahrzehntelang ohne Gefahren im Mund tragen können? Fuller sagt richtig (1): "Die Schizophrenie dieser Vorgangsweise widerspricht jedem Hausverstand und hat keine Parallele in einem anderen Gebiet der Medizin".

2. Amalgambelastung von Menschen und Umwelt

In einzelnen Mischungen kommen Nikel, Palladium, Indium, Platin und Cadmium in Spuren vor. Quecksilber wird aus dem Amalgam in zwei großen Fraktionen freigesetzt: 1. Als Dampf (etwa 80 %) und 2. als metallische Ionen (etwa 20 %), insgesamt bei 6 - 8 Füllungen 30 Mikrogramm/Tag im statistischen Mittel (3).

Die Quecksilberfreisetzung ist mengenmäßig so bedeutsam, dass nach 5 - 7 Jahren nur mehr 50 % der ursprünglichen Quecksilbermenge in der Füllung, nach 20 Jahren nur noch 5 % in den Füllungen vorliegen (4).
Silberamalgame setzen sich üblicherweise aus folgenden Metallen in den angeführten Prozentsätzen zusammen:

  1. 53 % flüssiges Hg als Bindemittel
  2. Pulver aus:
  • 40 - 70 % Silber
  • 20 - 36 % Sn
  • 4 - 20 % Cu
  • 3 % Hg
  • 2 % Zink
  • Die Arbeitsplatzbelastung in Zahnarztpraxen ist oft weit über den erlaubten Grenzwerten:

    Grenzwerte Arbeitsplatz:
    Österreich: 100 Mikrogr. organisches Hg/Kubikmeter Luft, 200 Mikroogramm anorganisches Hg
    BRD: 100 Mikrogramm/Kub.m.
    Russland: 10 Mikrogramm/Kub.m.

    Grenzwerte Luft:
    Österreich/BRD: 100 Mikrogramm/Kub.m.
    Russland: 10 Mikrogramm/Kub.m.

    Grenzwerte Trinkwasser:
    Österreich/BRD: 1 Nanogramm/Liter Schweden: 0,1 Nanogramm/Liter
  • Aufgrund dieser Arbeitsplatzbelastung von Zahnärzten...

    ... ergibt sich die von Nylander bereits 1986 im Lancet veröffentlichte, massive Hypophysenbelastung von mehr als 400fach erhöhten Werten im Vergleich zur Normalbevölkerung (5 und Tab. 1). In dieser Untersuchung wurden die Hg-Werte in der Hypophyse von Zahnärzten mit denen von Amalgamträgern und Leichen ohne Amalgam verglichen. Dabei wiesen Hypophysen von unbelasteten Personen Werte von 5 - 10 Nanogramm/Gramm Feuchtgewicht auf, Hypophysen von Amalgamträgern 7 - 77 Nanogramm/g und solche von Zahnärzten 135 - 4040 Nanogramm/g Feuchtgewicht auf. Das Quecksilber gelangt über die olfaktorischen Nerven und die offenen Verbindungen der klappenlosen Venensysteme des Schädels vom oronasalen Raum in das Schädelinnere (6, 7).

    Wie wir noch weiter unten sehen werden, lagert sich Quecksilber vornehmlich im hydrophoben Gewebe, so im Gehirn und im Drüsengewebe, ab. Die Keimdrüsen werden sowohl beim Mann als auch bei der Frau massiv in ihrer Funktion beeinträchtigt, sodass es auf allen Ebenen zu einer Störung der Fertilität kommt (Gonadotropine, NNR, Gonaden, Chromosomenschäden der Ei- bzw. Spermazelle und Störungen der Schwangerschaft) (8). S. Scharf-Mayweg und H. Nagel beobachteten eine Patientin mit beginnender Menopause mit typischen Laborwerten im 30. Lebensjahr. Nach Ausleitung des Quecksilbers normalisierten sie die erhobenen Werte und der klinische Zustand der Patientin in kurzer Zeit (persönliche Mitteilung).

    Erwähnenswert sind auch die außerordentlichen Umweltbelastungen, die sich aus der Anwendung von quecksilberhaltigen Amalgamen herleiten: 1980 wurden in der BRD etwa 60 Millionen Füllungen gesetzt, in Österreich etwa 5,5 Millionen. Das entspricht einem Verbrauch von 20 Tonnen Quecksilber pro Jahr in der BRD (9). Allein in Hamburg wird jährlich 400 kg reines Quecksilber in Form von Dampf aus Zahnarztpraxen freigesetzt (10). Hochrechnungen für amerikanische Zahnarztpraxen ergeben einen Ausstoß von Quecksilberdampf in Höhe von mehreren Tonnen/Jahr (11).
  • Als weiteres Beispiel, welches die eminente Bedeutung...

    ... dieser Frage für die Ökologie aufzeigen kann, möge der Fall einer Göteborger Zahnarztpraxis dienen, über deren Renovierung in einer kurzen Arbeit berichtet wurde (12): Im Röhrensystem der Abwasserleitung wurden 7 kg reines Quecksilber, 5 kg Silber und 10 kg Zinn entdeckt. Im Wasserwerk dieser Stadt kamen im Jahr 1995 über die Abwässer 22,3 kg Quecksilber an, welche glücklicherweise mit aufwendigen Methoden rückgewonnen werden konnten.

3. Toxikologie des Quecksilbers

Freisetzung: Quecksilber wird aus Amalgamfüllungen, wie bereits erwähnt, in zwei Formen freigesetzt: 1. Anorganische Ionen bzw. Salze, die teilweise durch die Mundflora in organisches Methyl-Ethyl-Quecksilber umgewandelt werden und 2. aufgrund des sehr hohen Dampfdrucks Hg-Dämpfe (13, 14). Dabei ist die giftigste Fraktion Methyl-Ethyl-Quecksilber, gefolgt von Quecksilber-Dampf und schliesslich anorganischen Quecksilber-Salzen. Es ist bereits seit langem bekannt, dass das ansich nicht sehr giftige, anorganische Quecksilber durch Mundbakterien in organische Formen, vor allem das oben erwähnte Methyl-Ethyl-Quecksilber, umgewandelt wird (2, 15, 16).
  • Die Freisetzung aus den Füllungen wird...

    ... reduziert durch gute zahnärztliche Verarbeitung des Amalgams, andererseits erhöht durch folgende Faktoren: Kauen (15 bis 50fache Hg-Konzentration im Speichel schon nach 10minütigem Kaugummikauen, ebenso Freisetzung von Hg-Dampf mit deutlich erhöhten Werten in der Atemluft (17)), Hitze, Säuren, Fluorzahnpasten und zahnärztliche Manipulationen (Freisetzung von durchschnittlich 160 Mikrogramm Quecksilber/entfernter Füllung (2 und Brune 1986)). Die Resorption aus geschluckten Quecksilber-Partikeln in Salz- oder Ionenform ist minimal (10 - 15 %). In dieser Form wird es großteils über den Stuhl ausgeschieden und korreliert hochgradig mit der Zahl der Amalgamfüllungen (Amalgamträger haben durchschnittlich 13 mal höhere Quecksilber-Salz Werte im Stuhl wie Nicht-Amalgam-Träger (18)).
  • Quecksilberdampf hingegen wird zu mindestens 80 % resorbiert (16, 14)...

    ... Intraorale Quecksilberdampf-Konzentrationen von durchschnittlich 5 Mikrogramm Hg/Kubikmeter Luft wurden bei Amalgamträgern gemessen. Durch Kauen eines Kaugummis stieg dieser Wert auf durchschnittlich 29,1 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (19, 20) - vergleichen Sie bitte dazu die Luft - Grenzwerte!

    Verfechter des Amalgams stellen immer wieder die in gleichem Maße unsinnige wie falsche Behauptung auf, dass mindestens 50 % des aufgenommenen Quecksilbers aus der Nahrung stamme und daher die Zusatzbelastung durch Zahnamalgam nicht ins Gewicht falle. Diese Behauptung ist unsinnig, weil damit gesagt wird, dass bei einer bestehenden Belastung ohne Gefahren eine Zusatzbelastung in Kauf genommen werden darf. Tatsächlich ist es so, dass der moderne Mensch einer solchen Zahl von Belastungen ausgesetzt ist, dass jede Möglichkeit, zusätzliche, negative Einflüsse auszuschalten genutzt werden muss. Jeder hinzukommende Zweit- oder Drittschlag kann ausreichen, das gesamte System eines Organismus endgültig zum Kippen zu bringen! Diese Behauptung ist zusätzlich falsch: Zwar werden täglich 2 - 10 Mikrogramm Hg aufgenommen, die vor allem aus Saatbeizmitteln, Fungiziden und Desinfektionsmitteln stammen und entlang der Nahrungskette über Fisch, Eier, Orangensäfte, Wasser usw. zum Menschen gelangen. (Der angegebene Wert ist bei extremem Fischverzehr höher.) Doch bereits eine Füllung mit einer Fläche von einem Quadratzentimeter gibt die Quecksilber-Menge ab, die wir durchschnittlich mit der Nahrung aufnehmen (21). (Bei diesen statistischen Angaben ist im Durchschnittswert immer die sehr große Varianz berücksichtigt, die sich aus der Anzahl der Füllungen, der Ernährungsweise, der Temperatur der üblichen Speisen, dem ph-Wert, der mechanischen Belastung und der Qualität der zahnärzlichen Arbeit ergeben). Die Gesamtaufnahme an Hg variiert demnach sehr stark und liegt nach (22) bei nicht beruflich exponierten Amalgamträgern zwischen 15 und 31 Mikrogramm/Tag. Nach offiziellen WHO-Angaben stammen aus der Umwelt 6 - 10 Mikrogramm/Tag und aus dem Amalgam zusätzlich 4 - 21 Mikrogramm/Tag. Der "erlaubte" WHO-Grenzwert der wöchentlichen Quecksilber-Aufnahme liegt bei 300 Mikrogramm/Woche, davon dürfen höchstens 200 Mikrogramm als hochgiftiges Methyl-Quecksilber aufgenommen werden.

Das Verhalten des Quecksilbers im Körper ist durch zwei pathologische Wirkschienen gekennzeichnet:

  • 1. Giftwirkung bei Ablagerung im hydrophoben Gewebe.

    Quecksilber ist erstens stark hydrophob/lipophil und weist zweitens eine hohe Affinität zu SH-Gruppen (auch OH-H2 und Cl-Gruppen) auf. Daher findet sich das Quecksilber nur kurze Zeit im Blut und wird nur in miminalen Spuren über Urin, Galle, Stuhl und Schweiß ausgeschieden. Der größte Teil des Quecksilbers, das den Weg in das Blut gefunden hat, bindet sich mit stabilen Bindungen an entsprechende Gruppen oder wird einfach im Fettgewebe abgelagert.

    Die Hauptkonzentrationen finden sich daher in Drüsen, Nieren, Leber und Nervengewebe, va. der Hypophyse, in Nebenniere, Schilddrüse und Augen Weiters sind Eiweißmoleküle und SH-reiche Strukturen, wie z.B. Mitochondrien, betroffen (23).

    Ablagerung finden in besonderem Maß auch an Membranen wie z. B. Basalmembranen, in den Wänden der Blutgefäße, an reticulären Fasern und im Endomysium statt, die dadurch sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Funktion geschädigt werden. So wurden Störung der Knochenstruktur mit Knochenzelltod, Lakunenbildung und Mikrofrakturen beschrieben (24). Eigene Beobachtungen des Autors haben den Zusammenhang zwischen Quecksilberbelastung und verzögerter bzw. gestörter Wundheilung aufgezeigt. So findet man gerade bei belasteten Patienten eine besondere Neigung zu Narbenstörherden.

    Ablagerungen in Kiefer, Lunge, GI-Trakt und Gehirn konnten durch radioaktives Quecksilber nachgewiesen werden (23, 25). Im Gehirn wird das Quecksilber in zweiwertig positive Hg-Ionen umgewandelt und dadurch elektrisch gebunden, sodass es zu einer massiven Kumulation kommen kann (14).

    Durch die Einlagerung in Mitochondrien kommt es zu einer beträchtlichen Beeinträchtigung der Zellatmung. Folgen sind Störungen der Zellatmung und Energiegewinnung, Zelltod und Wiederfreisetzen des Schwermetalls aus der abgestorbenen Zelle. Im anderen Fall kann es durch die Zellfunktionsstörung zu unkontrollierter Zellteilung und Tumorbildung kommen.

    Enzyme verändern durch ihre Bindung an Quecksilber-Ionen ihre dreidimensionale Struktur und verlieren dadurch ihre Wirksamkeit (z.B. die Glutathion-S-Transferase). Besonders empfindlich ist ein sich entwickelndes Nervensystem. Demnach ist Quecksilber für Feten besonders gefährlich (25). Quecksilber ist sehr gut plazentagängig und kann daher am Feten seine Wirkung voll entfalten (23). Auch Kleinkinder haben eine über 100-fach erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Umweltbelastungen (2). Dabei besteht ein effizienter Transfer von anorganischem Quecksilber vom Blut der Mutter in die Milch und erreicht dort teilweise Konzentrationen von bis zur Hälfte der von der WHO "erlaubten" Tagesmenge (23, 26). Quecksilberablagerungen fördern die Bildung von Wasserstoff-Superoxid, diversen freien Radikalen und Lipid-Hydroperoxid. Diese Substanzen wirken cancerogen und teratogen.

    Zusätzlich soll ein interessanter, physiologischer Mechanismus nicht unerwähnt bleiben: Schwermetallablagerungen aller Art (nicht nur Hg) verändern lokale Durchblutungsverhältnisse mit beträchtlichen Folgewirkungen: Schmerzen, unkontrollierte Vermehrung von Bakterien, Chlamydien und Pilzen, Tumorbildung. Durch die lokale Vasokonstriktion ist die Therapie hochgradig erschwert - die Medikamente oder Arzneien gelangen in den gesamten Körper, nur nicht in das zu behandelnde Areal (27).
    Ganz besonders muss die Immuntoxizität des Quecksilbers betont werden. In diesem Zusammenhang wirkt das Schwermetall auf dreifache Weise pathogen: 1. Auslösung spezifischer Sensibilisierungen/Allergien. Dazu weiter unten.
    2. Induktion von Autoimmunerkrankungen und Entgleisungen des Immunsystems, wie Allergien. Aus der Erfahrung der Aurikulomedizin nach Nogier/Bahr wissen wir seit Jahrzehnten von dem überaus häufigen Zusammentreffen von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, echten Autoimmunerkrankungen, Allergien, Hauterkrankungen uva. und einer Quecksilberbelastung. Die therapeutische Erfahrung lehrt uns, dass ein Großteil dieser Erkrankungen bereits durch eine effektive Entgiftung des Körpers deutlich gebessert werden kann. In diesem Zusammenhang ist eine Beobachtung von B. Weber von der Universität Marburg, Institut für Naturheilverfahren, interessant: Er verweist auf 7 mal höhere Allergierate bei Schulkindern mit Amalgamfüllungen. 3. Hemmung der Funktion von Immunzellen: Die zelluläre Abwehr wird durch Quecksilber massiv beeinträchtigt. So fällt z. B. beim Kaugummitest bereits nach 20 Minuten die Konzentration an T-Lymphozyten und Killerzellen im Blut signifikant ab. Zudem werden Monocyten und Makrophagen durch Quecksilber zur Phagozytose angeregt, sie nehmen Quecksilber auf, gehen daran zu Grunde oder werden zumindest schwer funktionsgeschwächt (4). Es kommt in weiterer Folge zu einer Hemmung der Phagozytose, Hemmung und Erniedrigung der T-Helper und Killerzellen, Hemmung der Lymphozytenfunktion und hin und wieder zu polyklonaler B-Zellaktivierung (28).
  • 2. Spezifische Quecksilberallergie:

    Quecksilber bindet sich vor allem über SH-Gruppen an Eiweiße und gewinnt dadurch eine allergene Potenz. Die Angaben darüber, wie häufig echte Sensibilisierungen gegenüber Hg-Eiweiß-Verbindungen auftreten, variieren äußerst stark. Es kann daher im Moment keine verbindliche Feststellung zur Inzidenz gemacht werden. Fest steht, dass die Sensibilisierungen meist vom verzögerten Typ (Typ IV = zelluläre Reaktion) sind. Versuche, die Hg-Allergie mittels Prick-Test, RIST oder RAST zu objektivieren zeigten eine unzureichende Sensitivität dieser Methoden. Der derzeit optimale Test zur Darstellung von echten Sensibilisierungen ist der MELISA-Test (modifizierter Lymphozytenstimulationstest) (29, 28).

    Klinische Symptome einer Quecksilbervergiftung: Wie die Syphillis zeigt diese Vergiftung ein äußerst diffuses Symptombild: Erkrankungen der Schleimhäute im Mund (z. B. Lichen ruber planus, Lingua geographica, Glossitis ua.) und im gesamten Gastrointestinal-Trakt, Verdauungsstörungen, Hauterkrankungen, chronische Sinusitis, chronisch-rezidivierende Infekte, Allergieneigung, Tremor, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, neurologische Störungen, Muskelschwäche, Gangunsicherheit, Depression, nervöse Gereiztheit, Schlafstörungen, vorzeitige Alterung, Störungen des Immunsystems, Tumore. Ein Zusammenhang zu MS ist seit langem bekannt (30).

4. Toxikologie des Zinns

Seit Jahren ist uns die Gefährlichkeit des Quecksilbers nicht nur bewusst, sondern bildet einen zentralen Pfeiler unserer Diagnostik und Therapie. Wesentlich unterbewertet scheint in all den Jahren ein zweiter Inhaltstoff des Amalgams geblieben zu sein - das Zinn.

Zinn ist noch 100mal neurotoxischer als Hg und muss daher, meines Erachtens,in seiner Gefährlichkeit für den Organismus neu bewertet werden. Im Amalgam kommt es in immerhin 10 - 18 % des Gesamtgemisches vor und wird in gleicher Weise wie das Hg freigesetzt. Daher ist zu empfehlen, bei allen Testungen auf Quecksilber routinemäßig ebenfalls das Zinn zu beurteilen.


Aus meiner Erfahrung heraus zeigt sich, dass sich in etwa 10 % von Amalgambelastungen eine Reaktion auf Zinn findet. So wäre es denkbar, dass der Untersucher wohl mit einem Amalgamstift, nicht jedoch mit einer Quecksilberprobe eine Testantwort erhält. In diesem Fall sollte eine Zusammenhang mit Zinn in Betracht gezogen werden.

Die therapeutischen Empfehlungen bei Zinnbelastung decken sich glücklicherweise mit denen bei Quecksilbervergiftung, ausgenommen der spezifischen Hochpotenzen.
  • 5. Der Batterie-Effekt

    Bereits seit 1878 ist ein Phänomen bekannt, welches der Problematik von Metallimplantaten im Mund einen weiteren, entscheidenden Aspekt hinzufügt - der Batterie-Effekt. Prinzip: Zwei unterschiedliche Metallegierungen bauen eine elektrische Spannung und einen Stromfluss auf, wenn sie sich in der gleichen Elektrolytlösung befinden. Besonders ausgeprägt ist der Effekt dann, wenn der Abstand der "Elektrodenmetalle" in der Spannungsreihe der Metalle sehr groß ist, das heißt zwischen besonders edlen (Gold, Platin, Titan) und unedlen (Quecksilber, Kupfer usw.) Komponenten. Dieser Effekt tritt also erst dann ein, wenn zusätzlich zu Zahnfüllungen mit Quecksilberamalgam Werkstücke wie Kronen, Brücken, Teilprothesen usw. implantiert werden.

    Kompliziert wird die Situation dann, wenn durch die Implantation verschiedenster Werkstücke und Legierungen ein komplexer Batterie-Effekt zwischen den einzelnen Metallteilen erzeugt wird. In diesem Fall gelingt es kaum noch, die Zusammenhänge nachzuvollziehen und die eigentlichen Ursachen für Symptome wie Metallgeschmack, elektrisches Gefühl, Glossitis, rezidivierende Aphthen usw. aufzuspüren. Besonders stark ist der Effekt dann, wenn sich unterschiedliche Metallteile direkt berühren (9). Bei jedem Kauvorgang tritt in diesem Sinne ein elektrischer Kurzschluss auf. Physikalisch lassen sich folgende konkrete Belastung für den Organismus festlegen: Abhängig von der Position der Elektroden in der Spannungsreihe der Metalle, den geometrischen Abmessungen der Metallteile, der Speichelbeschaffenheit und noch einigen anderen, nicht so bedeutenden Parametern.

    a) liegt eine elektrische Spannung vor b) fließt ein Elektronenfluss c) fließt ein Ionenfluss.

    Ad a: Zwischen unterschiedlichen Metallteilen im Mund können Spannungen bis zu 400 mV, in Extremfällen bis zu 900 mV gemessen werden (9 und Erfahrungen des Autors). Dazu in Relation müssen die Spannungen gesehen werden, mit denen z.B. das Nervensystem arbeitet: Membranpotential -70 bis -80 mV, Aktionspotential: Sprung auf +30 mV.

    Ad b: Zwischen den Metallteilen kommt es zu einen Elektronenfluss im Sinne eines Belastungsstroms im Mund und eines Ausgleichsstroms im Gewebe des Kiefers, denn ein Stromkreis muss geschlossen sein (9). Ströme mit bis zu 100 Mikroampere können gemessen werden (1). Im Vergleich dazu arbeitet das Herz mit etwa 10 Mikroampere und das Gehirn mit 100 Mikroampere (31).

    Ad c: Üblicherweise ist die sichtbare Seite einer Füllung negativ, die zum Zahn/Kiefer hin gelegene positiv geladen (Abb. 1 aus der Literaturangabe 1). Dadurch und durch das Phänomen des Ausgleichsstroms, werden Metallionen richtiggehend in den Zahn und in die angrenzenden Teile des Kiefers hineingetrieben und implantiert. Ionen wie Kupfer, Quecksilber, Zinn, Zink und Silber werden auf diese Weise im Grundsystem nach Pischinger abgelagert (9, 32, 33, 34, 35). Somit werden durch diesen Ionentransport nicht nur ständig Metalle in das Gewebe verlagert, sondern die Füllungen richtiggehend zersetzt und aufgelöst. Auch aus diesem Grund ist die Grenzfläche zwischen Füllung und Zahn die Zone der höchsten Korrosion (36).

    Die physikalische Messung dieser Phänomene ist mit hochohmigen Meßgeräten leicht möglich (37). Als Grenzwerte gelten 36 mV und 10 MikroAmpere.

    Die biologischen Effekte dieser Strombelastung sind enorm: Ein Organismus kommt dadurch unter einen beträchtlichen Stress, endokrine Drüsen und das Immunsystem werden belastet, das Wachstum von Viren und Bakterien gefördert (38). Sogar eine Beeinträchtigung der Gehirnfunktion ist möglich (39). Entartete Zellen, die tagtäglich im Organismus entstehen und durch ein normales Immunsystem sofort wieder eliminiert werden, wachsen unter 10 Mikroampere 300 - 1500 % schneller (40, 41).

6. Diagnostische Methoden bei Quecksilbervergiftung

  • 6.1 Methodik der Europäischen Akademie für Akupunktur (44)

    Wir wenden für die Diagnostik von Metallbelastungen Techniken der Aurikulomedizin nach NOGIER und BAHR an. Diese werden als bekannt vorausgesetzt. Es sei lediglich darauf hingewiesen, dass der große Vorteil der aurikulomedizinischen Testung darin liegt, dass nicht nur das Vorliegen von Belastungen erkannt werden, sondern auch der Schweregrad durch Zuordnung zu den einzelnen Störherd-Hinweispunkten ermittelt werden kann. Zudem ist in vielen Fällen die Aussage möglich, auf welches Organsystem sich die Metallbelastung besonders nachhaltig auswirkt.

    Aus der Erfahrung des Autors zeigt sich die größte Relation zu Folgeschädigungen in Bereich Nase-Nasennebenhöhlen, Tonsillen und Magen-Darmtrakt. Dort werden nicht nur von den meisten Patienten Symptome angegeben, sondern auch sekundäre Störherde gefunden. Eine weitere, typische Auswirkung ist eine Veränderung der Darmflora und Pilzbesiedlungen. Offenbar schädigt der Einfluss von peroral aufgenommenen Metallen, insbesondere Quecksilber, ganz besonders das Retikulo-Endotheliale System der Körperzonen, die dem embryonalen Darmrohr entsprechen. Aus Sicht der Körperakupunktur sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass für dieses System der Punkt MP 4 links in Gold gestochen (Interferon-Punkt) als Hauptpunkt gilt.

    Ein zusätzlicher Hinweis: Das schnellste und einfachstes Screening direkt nach der Untersuchung auf Oszillation, Inversion und Lateralität kann so durchgeführt werden: Testung unter RAC-Kontrolle mit einem Amalgamstift zuerst über dem Punkt Omega 1 und anschließend direkt über den Hinweispunkten ohne Laser- oder Stabauflagen. Damit können Sie in wenigen Sekunden das Vorliegen und die Schwere einer Amalgambelastung ermitteln. Zur Differenzierung einer Vergiftung mit Quecksilber, Zinn oder anderern Metallen wird mit entsprechenden Ampullen auf der Stirn getestet.
    Ein zusätzlicher Vorteil der Aurikulomedizin liegt in der Möglichkeit, alle Mineralstoffe und Vitamine auszutesten. Denn häufig ist bereits primär der Haushalt dieser vitalen Elemente entgleist. Spätestens während der Ausleitungsphase kommt es auf jeden Fall zu Verschiebungen, die sofort entdeckt und therapiert werden können. Primär liegen meist Mangelzustände von Selen, Vitamin B3, Zink oder Vitamin C vor (in absteigender Häufigkeit angeführt), während der Ausschwemmphase, vor allem bei Verwendung von Komplexbildnern wie DMSA oder DMPS, entstehen oft Zink- und Magnesium-Mangelzustände.
  • 6.2 DMPS-Mobilisationstest nach Daunderer (2) und Birkmayer (42)

    Prinzip: Die Hg-Konzentration wird vor und nach Gabe von DMPS (Dimaval) im Harn gemessen. Ist die Quecksilberausscheidung im Harn nach DMPS größer als 50 Mikrogramm/Liter, so sollte eine Ausschwemmungstherapie durchgeführt werden.

    Procedere: Der Patient lässt Spontanharn als Kontrollprobe und zur Untersuchung des Zinkspiegels. Dann erhält er eine Ampulle (= 5 ml = 250 mg DMPS) Dimaval langsam iv. appliziert. Injektionszeit 5 - 10 Minuten (Alternative: 10 mg/Kg Körpergewicht DMPS oder 4 mg/Kg DMSA in Kapselform po. auf einen zumindest über 2 Stunden nüchternen Magen). Danach soll der Patient ausreichend trinken. 90 Minuten nach der Injektion lässt der Patient wieder Harn. Bei po-Applikation wird erst nach 4 Stunden Harn gelassen. Beide Harne werden einer Quecksilberanalyse zugeführt. Bei Osteoporose sollte zusätzlich Cadmium untersucht werden, bei Hypertonie Blei, bei Leberschäden und Parkinson Kupfer, bei Alzheimer Aluminium.

    Kontraindikation: Eingeschränkte Nierenfunktion mit Kreatinin über 2,5 mg/dl, bei Kleinkindern über 1 mg/dl.

    Auswertung: Jede Erhöhung des Hg-Werts im 2. Harn ist ein Zeichen für Hg-Belastung. Idealerweise sollte auch nach DMPS oder DMSA kein Hg nachweisbar sein. Erfahrungsgrenzwert nach Mobilisation: 50 Mikrogramm/l Urin. Vorteil dieser Vorgangsweise: Der Mobilisationstest ist ein sicherer und objektiver Test für das Vorliegen von Metallbelastungen aller Art und wird demnach auch von den meisten Kassen als Grundlage für eine Kostenbeteiligung akzeptiert.
  • 6.3 Kaugummitest - Daunderer (2):

    Zur Abklärung, wie viele giftige Metalle und wie große Mengen aus den vorhandenen Amalgamfüllungen ständig im Speichel sind bzw. durch Kauen von den Zähnen abgerieben werden, kann dieser Test durchgeführt werden.

    Prozedere: Zuerst ein erstes Gefäß voll Speichel sammeln (5 ml ohne Schaum). Wenn mindestens 2 Stunden vorher nicht gekaut wurde: Intensiv mahlend zwischen den Amalgamfüllungen Kaugummi kauen und von Anfang an Speichel sammeln (ca. 5 - 10 Minuten lang) bis ein zweites Gefäß ebenfalls voll ist. Im Labor werden beide Speichelproben auf Hg, Sn, Ag und Cu untersucht, gleichzeitig eine Harnprobe auf Hg und Sn.

    Auswertung: Vergiftungsgefahr besteht, wenn im Speichel Nr. 2 um mehr als 5 Mikrogramm mehr Hg vorliegt als im Speichel Nr. 1.

    Vorteil: Geringere Belastung für den Organismus. Weil aber weniger, exakte Aussagekraft, vor allem über die inkorporierten Metallmengen möglich ist, wird dieser Test von den meisten Kassen nicht akzeptiert und kann nur als grobe Screeningmethode gelten.
  • 6.4 MELISA (Memory Lymphocyte Immunostimulation Assay, 29, 43)

    Die in der Diagnostik von spezifischen Allergien meist angewendeten Epicutan-Tests haben in Bezug auf Metallallergien entscheidende Nachteile: Nicht selten treten falsch positive Ergebnisse auf, noch häufiger falsch negative (Nur etwa 60% von spezifischen Quecksilber-Allergien zeigen sich im Epicutantest). Weiters kann eine Allgemeinreaktion durch das Aufbringen eines allergenen Metalls auf die Haut auftreten. Darüber hinaus können z. B. allgemeine Autoimmunreaktionen durch Metalle getriggert werden.

    Der von Stejskal 1994 modifizierte Lymphozytenstimulationstest kann derzeit als aussagekräftigstes Instrument zur Diagnostik von Sensibilisierungen gegen Metalle gelten. Dabei wird die Proliferation von spezifisch sensibilisierten Lymphozyten (Gedächtnis-Zellen/memory-cells) in Gegenwart des zu testenden Metalls erfasst. Er weist eine 30 % bessere Sensitivität als der Epikutantest auf (4, 28, 29, 43). Der MELISA-Test kann in der Diagnostik unter anderem deshalb interessant sein, weil durch diesen eindeutigen Nachweis einer spezifischen Allergie die Kassen gezwungen sind, den Amalgamersatz zu bezahlen.
  • 6.5 Blut-, Serum-, Harn-, Stuhluntersuchung auf Quecksilber

    Diese immer wieder durchgeführten Tests sind abzulehnen, weil sie sinnlos und ohne relevante Aussage sind. Trotzdem werden Ergebnisse solcher Untersuchungen immer wieder als Beweis dafür herangezogen, dass Quecksilber kein epidemiologisches Problem darstellt.

    Diese Untersuchungen sind deshalb irrelevant, weil das Untersuchungsmaterial wässrig ist und umgekehrt alle Schwermetalle aber fettlöslich. Quecksilber kann also in diesen Fraktionen gar nicht in aussagekräftigen Mengen vorliegen, auch nicht im Falle einer klinisch relevanten, chronischen Vergiftung. Daher sind diese Test klar abzulehnen.

    Kontaktadressen für die Diagnostik: Kaugummitest und DMSA bzw. DMPS-Mobilisationstests werden von den meisten chemisch-diagnostischen Laboratorien angeboten. Sollte Ihr Labor diese Tests nicht durchführten, kann ich Ihnen zwei Adressen anbieten: Laboratorium Prof. Dr. W. Petek, Körösistraße 19, 8010 Graz, Tel.: 0316-671331 Labor für Bio-Analytik Prof. DDr. Birkmayer, Schwarzspanierstraße 15, 1090 Wien, Tel.: 0222-4022367

    Der MELISA-Test wird nur in sehr speziell eingerichteten Labors durchgeführt. Zwei Kontaktadressen für interessierte Kollegen: In Österreich Information über: Dr. E. Weikl, A-8911 Admont 337, Tel: 03613-2202 In Deutschland: Umweltmedizinisches Labor München, Gütestraße 8, D-80336 München, Tel: 089-54308194
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7. Therapeutische Methoden bei Quecksilbervergiftung

  • 7.1 Methodik der Europäischen Akademie für Akupunktur

    In den letzten Jahren haben sich in unserer Arbeit einige Substanzen in der Therapie gegen Quecksilberbelastung sehr bewährt. Es sind dies das Selen, das Zink, das Vitamin B3 (Nicotinamid) und Hochpotenzen von Mercurius solubilis. Diese Substanzen werden entsprechend der Regeln der Aurikulomedizin ausgetestet und je nach Testergebnis verabreicht. Das Ansprechen auf die Therapie kann ebenfalls mit unseren Methoden verifiziert und im Verlauf beobachtet werden.

    Selen- und Zinkgaben sind, wie ich weiter unten ausführen werden, internationaler Standard. Die therapeutische Bedeutung des Vit. B3 ist eine Spezialität der Akademie und hat sich in der Praxis bewährt.

    Ebenso ist eine Besonderheit unserer Methode, dass wir Hochpotenzen von Mercurius solubilis verwenden. Unter dieser Vorgangsweise ist eine wesentliche Reduktion der Hg-Störbelastung nachzuweisen, doch müssen dabei zwei Faktoren berücksichtigt werden: 1. Sie sollen nicht angewendet werden, solange Amalgamfüllungen im Mund sind, weil sich die Heilwirkung in diesem Fall nicht entfalten kann, eventuell sogar massive Verschlechterungen auftreten können. 2. Hochpotenzen eliminieren die informative Belastung, nicht aber die materielle Vergiftung. Sie schwemmen also kein stoffliches Quecksilber aus. Daher empfehle ich, wie weiter unten ausgeführt, Hochpotenzen erst als letzten Schritt einer Stufentherapie.
  • 7.2 Max Daunderer, München (2, 60) / Jörg Birkmayer, Wien (42)

    1. Bei schwerden Fällen nach DMPS-Mobilisationstest: 250 mg (1 Ampulle) DMPS = Dimaval® im. alle 3 Monate, in Extremfällen alle 6 Wochen. Substitution von Mg, Zn, Cu, Fe, Mn und Mo. Hg-Kontrolle alle 3 Monate. Bei Nierenschwäche DMPS peroral bis 10 mg/KG Körpergewicht.
    2. Bei leichteren Fällen: 20 - 50 mg Zink und 1 g Vit C/Tag Hg-Kontrolle alle 3 Monate. Gabe des DMSA oder DMPS bis zur Normalisierung der Testergebnisse.


    Daunderer fordert überdies ein extremes Vorgehen des Zahnarztes: Unter Atemschutz des Arztes und des Patienten mit Gabe von Sauerstoff im Überdruck und Anlage von Kofferdam (Gummischlitztuch) und großlumiger Absaugung, damit keine Partikel verschluckt werden und Hg-Dämpfe eingeatmet werden und damit ins Gehirn kommen. Jede Amalgamfüllung muss exakt ausgebohrt werden. 2 Stunden vor dem Bohrtermin werden 2 Kapseln DMPS oder DMSA peroral verabreicht, damit trotz aller Vorsicht inkorporiertes Hg sofort ausgeschieden wird, noch ehe es in gefährdete Organe eingelagert wird. Nach dem Bohren soll der Mund mit einem Schluck Natriumthiosulfat, 20 %ig, gespült werden und ein Schluck getrunken werden.

    Besonders schwer amalgambelastete Zähne, alle toten Zähne und alle Zähne mit Wurzeleiterungen sollen gezogen werden. Anschließend muss der angrenzende Kieferknochen ausgefrässt werden (Im Kieferknochen hat das Hg eine biologische Halbwertszeit von 80 Jahren, durchschnittlich auf alle Körpergewege gerechnet beträgt die HWZ 20 Jahre). Mit einem Terracortril-Streifen soll schließlich die Extraktionswunde für etwa 3 Wochen offengehalten werden. Bei Hirnherden empfiehlt DAUNDERER, einmal pro Woche an einer offen Ampulle DMPS dreimal zu schnüffeln. Eingeatmetes DMPS erreicht über die Nasenvenenplexus etwa 1000mal leichter die Zonen jenseits der Blut-Hirn-Schranke.

    Bei deutlichen zentralnervösen Symptomen: Ginko biloba-Präparate wie Tebonin forte 3 x ½ Tab. für etwa 4 Wochen. Zur Substitution des durch DMPS ausgeschwemmten Zink empfiehlt sich die Gabe von Zinkorotat 50 - 80 mg oder Zinkchelat 10 mg für 3 - 6 Wochen. Niemals Selen! (siehe unter "Selen") Neuerdings rät DAUNDERER aus folgenden Gründen von Selen dringend ab: Selen bindet sich zwar an das Quecksilber und macht es damit biologisch unwirksam, es spült aber das Schwermetall nicht aus dem Körper aus. Vielmehr gibt es Hinweise darauf, dass Selen zu einer verstärkten Hg-Einlagerung im Gehirn mit Zunahme der psychisch-neurologischen Symptome führt.

    Es ist ein Gegenspieler des, laut Daunerer, wesentlich wichtigeren Zink, senkt seinen Körperspiegel und kann Zeichen eines Zinkmangels erzeugen.
  • 7.3 Ingrid Gerhard, Heidelberg (8)

    Der angegebene Therapievorschlag wird von Frau GERHARD vor allem in der Therapie von Fertilitätsstörungen angewendet, wo sie einen Zusammenhang mit Schwermetallbelastungen nachweisen konnte. Die Wirkstoff-Kombination wirkt nach GERHARD nicht nur gegen diverse Schwermetalle, sondern auch gegen Pestizidbelastungen.

    • Selen 200 Mikrogramm/Tag
    • Zinkorotat 80 mg/Tag
    • Kalzium 500 bis 1000 mg jeden 2. Tag
    • Ascorbinsäure 2 g/Tag
    • Tocopherol (Vit. E) 300 mg/Tag
    • Knoblauchpillen
    • ev. Pyridoxin (Vit. B6) 200 mg/Tag
  • 7.4 V-Tox (43)

    Diese Methode zur Ausschwemmung von Schwermetallen ist eine Dreierkombination einer Diät, einer Cortisongabe zur kurzfristigen Unterdrückung unerwünschter Gegenreaktionen des Organismus und der Gabe eines Redoxstoffes, der die Schwermetalle wasserlöslich macht und damit über die Galle ausscheidet. Sie soll hier vorgestellt werden, um die große Bandbreite an Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen, die aus der Not entstanden sind.

    1. Spezialdiät zur Aktivierung der körpereigenen Entgiftung, vor allem des Cytochrom P-450: vegetarisch, Butter, Vitamine C und D, Mineralien, Aminosäuren. (Methionin und Glutathion), Acidophiluspräparat.
    2. Unterdrückung des Immunsystems, besonders der sonst angeregten B-Lymphozyten, die eine Symptomverstärkung bewirken könnten durch Corticosteroide: Prednisolon 1 mg/KG Körpergewicht 24 Stunden vor der Infusion (Schritt 3), dann über die folgende Woche in abnehmnender Dosierung.
    3. Natriumascorbat-Infusionen: 3 Infusionen in einer Woche und zusätzlich eine Infusion/Vierteljahr. 0,7 - 0,75g/Kg Ascorbat in Ringerlaktat bei einem ph von 7,0 und einer Osmolarität von über 1200. Durch die eingeleitete Redoxreaktion von Schwermetallen werden diese über die Galle ausgeschieden.
  • 7.5 Dietrich Klinghardt, Seatle (44)

    Nach KLINGHARDT reicht es nicht, einzelne Entgiftungsmechanismen isoliert in Gang zu setzen. Beim Ausschwemmen von Quecksilber in den Darm z. B. käme es ohne Begleitmaßnahmen zu einer Rückresorption in den unteren Darmabschnitten und einer Rückführung der Schwermetalle in den enterohepatischen Kreislauf. Es muss gelingen, wie auf in Serie geschalteten Förderbändern, sowohl das extra- als auch das intrazellulär abgelagerte Metall in den Darm bzw. Urin zu transportieren, dort effizient zu halten und tatsächlich auszuscheiden (Abb 1). Demnach müssen alle 4 angeführten Mechanismen gleichzeitig aktiviert werden, indem alle 4 ausgetesteten Arzneien gleichzeitig verabreicht werden.

    1. Mobilisation des intrazellulären Quecksilber durch Koriander (Tinktur oder Spagyrische Essenz) in das Interstitium, 2 mal 10 Tropfen. (Weitere Informationen unter Punkt 8)
    2. Mobilisation aus den Zellen, vor allem aber aus dem Interstitium mittels DMSA oder DMPS. 5 - 10 mg/Kg Körpergewicht. KLINGHARDT testet kinesiologisch die anzuwendende Dosis.
    3. Ausspülung über die Niere durch Bärlauch (Bärlauchessenz oder -urtinktur 2 mal 10 Tropfen) oder Knoblauch-Kapseln.
    4. Ausscheidung über den Darm und Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs mittels Chlorella oder Spirulina, 3 mal 5 - 10 Tabletten.


    Gleichzeitig ständige Kontrolle von Zink und Magnesium, ev. auch Kupfer und Vitamin B 12. Verlaufskontrolle und Wiederholung je nach Schweregrad alle 6 bis 12 Wochen.
  • 7.6 Leopold Dorfer, Graz

    In meiner Praxis arbeite ich mit einem kombinierten Vorgehen mit den Methoden 7.1, 7.2 und 7.5. Für die Entscheidung, welche Vorgangsweise gewählt werden soll, sind zwei Fragen ausschlaggebend:
    1. Wie stark ist die derzeitige Belastung? Getestet wird mit der Methodik der Aurikulomedizin auf den Störherd-Hinweispunkten.
    2. Befinden sich im Mund des Patienten noch Amalgam-Füllungen oder hat er/sie bereits auf einen höherwertigen Ersatz umgestellt?

    Aus der Beantwortung dieser Fragen ergibt sich mein Vorschlag für ein differenziertes und stufenweises Vorgehen. (Als Ersatz für das teure DMPS und das nicht zugelassene DMSA empfehle ich Captimer® der Firma Fresenius. In den Abbildungen sind jedoch die Namen der an sich wirksameren Präparate DMSA und DMPS beibehalten.)

    Fall 1:
    Starke Belastung (Histamin/Endoxan) bei liegenden Amalgam-Füllungen Stufe 1: Ausspülung nach Klinghardt. Bevorzugung von DMSA, Dosierung: Bei Störherdstufe Histamin: 10 mg/Kg, Endoxan: 8 mg/Kg, Dauer etwa 3 Wochen. Ersatzpräparat Captimer - Dosierung: Histamin: Endoxan: Austesten, ob Koriander-Essenz oder Tinktur besser wirkt, Bärlauch oder Knoblauch, Chlorella oder Spirulina.

    Bei DMSA-Gabe ist die exakte Einhaltung folgender Vorgangsweise entscheidend (Abb 3): Am 1. Tag werden Bärlauch/Knoblauch, Chlorella/Spirulina und Koriander genommen, um den Prozess zu starten. Erst am 3. Tag wird die erste Teilmenge DMSA in Form einer 100 mg Kapsel zugeführt. Ab dann je eine DMSA-Kapsel jeden 2. Tag. Wenn alle DMSA-Kapseln aufgebraucht sind, läuft die Einnahme der drei aneren Substanzen noch 1 Woche weiter. Bei Gabe von DMPS iv. schlage ich ein ähnliches Vorgehen vor: Vom 1. Tag an werden Bärlauch/Knoblauch, Chlorella/Spirulina und Koriander genommen, um den Ausscheidungsprozess zu starten. Am 8. Tag wird die DMPS-Injektion durchgeführt. Die Einnahme der drei Basissubstanzen wird noch 1 Woche fortgeführt.

    Bei Gabe von Captimer empfiehlt sich folgende Vorgangsweise:

    Stufe 2: Selen, Zink, Vitamin B3, Vitamin C oder E je nach Testergebnis für mindestens 4 Wochen substituieren.
    Stufe 3: Amalgamentfernung mit möglichst allen Vorsichtsmaßnahmen nach DAUNDERER, 2 Kps. DMSA vor dem zahnärztlichen Eingriff, mit Natriumthiosulfat spülen und 1 Schluck trinken, Selen 1 Woche vor bis 1 Woche nach den Eingriffen.
    Stufe 4: Nochmals Ausspülung nach Klinghardt
    Stufe 5: wie Stufe 2
    Stufe 6: erst jetzt Mercurius-solubilis-Hochpotenzen je nach Testergebnis


    Fall 2:
    Mittlere Belastung (PE1), liegende Füllungen
    1. Stufe: Beginn mit Gabe von DMPS, DMSA oder Captimer
    2. Stufe: Selen, Zink, Vitamin B3, C und E je nach Testergebnis.
    3. Stufe: Amalgamentfernung wie bei Fall 1
    4. Stufe: Ausspülung nach Klinghardt
    5. Stufe: wieder Vitamin- und Spurenelementersatz
    6. Stufe: Hochpotenzen


    Fall 3:
    Schwache Belastung (Ginseng/Vit. C), liegende Füllungen wie Fall 2, aber ohne vorherige Gabe von DMPS/DMSA/Captimer

    Fall 4:
    Starke Belastung (Histamin/Endoxan), keine Füllungen
    1. Stufe: Ausspülung nach Klinghardt
    2. Stufe: Selen, Zink, Vitamin B3, C und E je nach Testergebnis
    3. Stufe: Hochpotenzen


    Fall 5:
    Mittlere Belastung (PE1), keine Füllungen
    1. Stufe: DMPS, DMSA oder Captimer-Gabe
    2. Stufe: Vitamin- und Spurenelementersatz
    3. Stufe: Hochpotenzen


    Fall 6:
    Schwache Belastung (Ginseng/Vit. C), keine Füllungen
    1. Stufe: Vitamin- und Spurenelementersatz
    2. Stufe: Hochpotenzen


    Während der gesamten Kur sollte mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit/Tag aufgenommen werden, während der DMSA-Gabe mindestens 2 Liter! Als zusätzliche Unterstützung für die Ausscheidungsprozesse können Nieren- und Lebermittel wie Solidago, Pascorenal, Uropas bzw. Legapas, Liv 52, Silymarin, Quassia und Gallopas getestet werden. Auch die Akupunktur kann Ausscheidungsprozesse verbessern, indem die Tonisierungs-, Shu- und Mo-Punkte gegeben werden.

    Was ist zu tun, wenn aus finanziellen oder anderen Gründen kein Ersatz der Amalgamfüllungen möglich ist?

    Fall 7:
    Schwere Belastung (Histamin/Endoxan), eventuell auch bei mittlerer Belastung (PE1):
    Es sollte wie unter Fall 1 vorgegangen werden, die ausgebohrten Füllungen je nach Vorschlag des Zahnmediziners durch provisorische Ersatzmaterialien wir Steinzement, Kunststoffe usw. ersetzt werden.

    Fall 8:
    Schwache Belastung: Je nach ausgetesteter Bedeutung für das Krankheitsgeschehen mit oder ohne Stufe 1:
    Stufe 1 DMPS, DMSA oder Captimer-Gabe
    Stufe 2 Vitamin- und Spurenelement Ersatz
    Stufe 3 regelmäßige Kontrollen alle 6 Monate

8. Pharmakologie der einzelnen Arzneistoffe

8.1 DMPS (Dimaval®)

Das Natriumsalz der Dimercaptopropan-1-sulfonsäure (Derivat der Bernsteinsäure) ist ein Komplexbildner. Durch zwei benachbarte SH-Gruppen besitzt es eine hohe Affinität zu vielen Schwermetallen und bildet mit diesen stabile, wasserlösliche Komplexe. Dadurch wird die Ausscheidung der im Extrazellulärraum gelagerten Metalle über Stuhl und vor allem über den Urin gefördert. Auch intrazelluläre Metalle können teilweise mobilisiert werden. Es schwemmt Metalle in folgender Reihenfolge sehr gut aus (2, 45, 46, 57,64): Zink, Zinn, Kupfer, Arsen, Quecksilber, Blei, Eisen, Cadmium, Nickel, Chrom. Nicht beeinflußt wird Lithium, Beryllium, Strontium, Thallium, Platin, Magnesium und Selen.Es wirkt allerdings kaum auf Metallablagerungen hinter der Blut-Hirn-Schranke. Zur Therapie zentralnervöser Depots muss DMPS daher geschnüffelt werden.

Bei iv. Gabe findet die Ausscheidung vornehmlich über die Nieren statt. Daher ist Vorsicht bei bestehenden Nierenschäden geboten. Bei peroraler Verabreichung Ausscheidung vornehmlich über den Stuhl statt. In diesem Fall ist Vorsicht bei entzündlichen Darmerkrankungen angeraten.

Die Wirkung tritt bei iv. Gabe nach etwa 17 Minuten, bei peroraler Verabreichung nach 30 - 45 Minuten ein. Zu beachten ist, dass bei peroraler Gabe nur eine Resorption von 30 % erreicht wird. DMPS ist nicht mutagen, teratogen oder onkogen. Nebenwirkungen: selten Hautreaktionen, Blutdruckabfall, Absenken des Hb und des Hämatokrits. Reduktion des Zink- und Kupferspiegels nach mehrwöchigen Gaben.




(DMPS fördert zwar die Ausscheidung von Zink und Kupfer im Milllionstel-Gramm-Bereich, diese Spurenelemente sind jedoch 1000fach häufiger im Körper vorhanden. Daher ist, laut DAUNDERER, die Substitution von Zink nicht routinemäßig, sondern nur im Fall eines nachgewiesenen Zinkmangels erforderlich). Absenken des Herzglykosid-Spiegels. In seltenen Fällen kann es bei DMPS oder DMSA-Gabe zu einer Allergieentwicklung kommen, die sich in leichten Fällen in Form von harmlosen Hautaffektionen zeigt, in schweren Fällen aber bis zum Hirnödem gehen kann. Daher soll die Wirksubstanz möglichst selten und möglichst hochdosiert verabreicht werden.

In meiner Praxis habe ich an etwa vierhundert Patienten Bernsteinsäure-Derivate angewendet und dabei überhaupt keine Nebenwirkungen beobachten müssen. 50 % Letalitätsdosis: 500 - 2000 mg/Kg bei Tieren je nach Darreichungsform. In Fällen einer besonderen neurologischen Belastung kann DMPS auch geschnüffelt werden, weil eingeatmete Gegengifte etwa um den Faktor 1000 stärker auf das Gehirn einwirken. Dabei wird einmal pro Woche aus einer geöffneten Ampulle dreimal tief eingeatmet.

Dosierung: 4 mg/Kg Körpergewicht langsam iv. über ca. 5 Minuten injizieren. Wiederholung bei schweren Fällen alle 3 Monate, in sehr schweren Fällen alle 6 Wochen. Ergänzung von Zink (ev. auch Mg, Cu, Fe, Mn, Mo). Bei po. Gabe 8 - 10 mg/Kg Körpergewicht aufgrund der geringen Resoption aus dem Darm.
  • 8.2 DMSA

    Dimercapto-Bernsteinsäure/Dimercapto-succinic acid. Wirkung: wie DMPS

    Vorteile: *fast 100 % Resorption bei po. Gabe
    *sehr gute Entgiftung des ZNS, da es durch die Blut-Hirn-Schranke passieren kann.
    (Für die Entgiftung des Gesamtkörpers ist es dem DMPS aber geringgradig unterlegen) *Toxizität nur 30 % des ohnehin nur sehr gering toxischen DMPS Ausscheidung fast ausschließlich über den Darm und die Galle. Scheidet Metalle in folgender Reihenfolge aus (2,64): zuerst Zink, dann Kupfer, Arsen, Quecksilber, Blei (45), Eisen, Cadmium (46), Nikel und schließlich Chrom. Nachteil: Diese Substanz ist in Deutschland, der Schweiz und in Österreich nicht registriert. Daher ist die Beschaffung schwierig und die Anwendung juridisch bedenklich.

    Nebenwirkungen:
    Allergien, geringe Müdigkeit

    Dosierung:
    je nach Hg-Belastung 3 - 12 mg/Kg Körpergewicht po. Ich empfehle die Aufteilung der Dosis auf Einzelgaben zu je 100 mg jeden 2. Tag zur Schonung der Niere. Die Kapsel sollte morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden. Während der Ausschwemmkurs mindestens 2 Liter Flüssigkeitszufuhr/Tag. Bei Bedarf Wiederholung alle 2 - 6 Monate. Zinksubstitution wie bei DMPS.
  • 8.3 DMPS-Captimer®

    Für diesen Stoff gelten die Aussagen über DMSA. Der wesentliche Unterschied zwischen den Substanzen ist, dass DMPS nicht über den Darm aufgenommen wird und daher injiziert werden muss. Dies bedingt, dass innerhalb von Minuten ein beträchtlicher Wirkspiegel im Blut vorliegt und die Entgiftung massiv einsetzt. Dadurch ergibt sich die Gefahr, dass während das Quecksilber in großen Mengen über die Niere ausgeschieden wird, es zu einer Schädigung des Nierengewebes kommt. Daher wird diese Behandlungsmöglichkeit von mir nicht empfohlen. Der Vorteil dieses Vorgehens ist aber zweifelsfrei, dass durch die momentane Mobilisierung der Giftstoffe diese in einer hohen Konzentration im Urin vorliegen, dort labortechnisch nachgewiesen werden und damit als Beweis für die Vergiftung gelte können.
  • 8.4 Selen (62)

    Selen wurde 1957 von Klaus Schwarz als lebensnotwendig erkannt. Bedenklich ist, dass die größten Teile der BRD und die Alpenländer Selenmangelgebiete sind (49), wobei ein ausgeprägtes Nord-Süd Gefällebesteht (dh. der alpine Raum ist besonders benachteiligt).

    Sollaufnahme: 50 Mikrogramm pro Tag. Nach Schrauzer und einer Empfehlung des National Research Council, USA, wurde 1983 bzw. 1980 die Solldosis auf 200 Mikrogramm angehoben. In den Alpenländern liegt die tägliche Aufnahme oft unter 40 Mikrogramm und ist fallend (noch 1977 wurden durchschnittliche Werte von 70 - 120 pro Tag gemessen). Ein Beweis für die Wirksamkeit des Selen brachte folgende Beobachtung: Jugoslawische Quecksilber-Bergarbeiter hatten keine Probleme mit extremen Hg-Konzentrationen im Gehirn, da sie zusätzlich sehr hohe Selenwerte durch typische jugoslawische Getreidekost erreichten (47)

    Die wichtigsten Selenantagonisten sind Hg, Pb und Cd (auch As). Diese verbrauchen Se und senken seinen Spiegel um bis zu 90 %. Für die Ausbildung von Hg-Vergiftungs-Symptomen ist nicht nur der Gesamt-Quecksilberspiegel, sondern vor allem der Hg/Se Quotient entscheidend. Ab einem bestimmten Hg-Spiegel kann die Belastung plötzlich nicht mehr durch den vorgegebenen Selenspiegel kompensiert werden und klinische Symptome treten auf.

    Vorteil: Selen geht sehr gut durch die Blut-Liquor-Schranke. Es reißt keine anderen, essentiellen Metalle mit. Es schützt nachweislich vor Tu-Erkrankungen. Die extrem stabilen Hg-Selenid Komplexe werden teilweise über Urin und Stuhl ausgeschieden. Hg hat sogar eine höhere Affinität zu Selen als zu den SH-Gruppen der Komplexbildner! Nachteil: Die Symptomreduktion hält oft nur an bei gleichzeitiger Gabe von DMSA, DMPS oder Captimer. Weiters ist bisher nicht bekannt, was mit den Hg-Selenid-Komplexen, die größtenteils im Körper verbleiben, passiert. Die Beobachtungen der jugoslawischen Bergarbeiter lassen aber vermuten, daß durch diese Komplexe keine Gefahr zu erwarten ist.

    Eine große Zahl positiver, physiologischer Selenwirkungen ist bekannt (48):
    • Schutz von Zellmanbranen vor OH-Radikalen durch Reduktion von Wasserstoffsuperoxid und Lipid-Hydroperoxiden (Enzym: Glutathionperoxidase). Damit zusammenhängend Schutz vor Chromosomenschäden, energiereichen Strahlen und aktiviertem Sauerstoff.
    • Erhöhung der körpereigenen Resistenz gegen verschiedene pathogene Viren und Umweltgifte (Hg, Pb, Co, Ag, Ni, Sn, Cd).
    • Immunstimulierende Wirkung
    • Schutz vor toxischen Schwermetallen und xenotoxischen Stoffen, z. B. aklylierend wirkende Verbindungen und Drogen.
    • Krebsvorbeugende, antiproliferative und antimutagene Wirkung.
    • Im physiologischen Konzentrationsbereich notwenig zur Erhaltung der Funktion von praktisch allen Organen, einschließlich des Herzens, der Leber, der Muskeln, der Lymphozyten, Erythrozyten, Thrombozyten usw.
    • Mildert die negative Wirkung von Fehlernährung (50).


    Wirkung von Selen auf Tumorzellen in vitro (51):
    • Reversion transformierter Zellen in Richtung phänotypischer und metabolischer Normalität
    • Membranstabilisierung
    • Normalisierung von c-AMP-abhängigen Proteinkinasen
    • Erhöhung der Zelladhäsivität
    • Induktion der Kontakt-Inhibition
    • Erhöhung des Sauerstoff-Verbrauchs
    • Verlangsamung der Zellteilung
    • Modulation von Differenzierung und Profliferation
    • Verminderung der Malignität


    Therapeutische Anwendung:
    1. Als Stoßtherapie 200 bis 300 Mikrogramm pro Tag (blockt 265 Mikrogramm Hg) mit Mundspülung über 6 Wochen. Diese Therapieform wird bei hohen Hg-Belastungen und bei zahnärztlichen Eingriffen gewählt. Nach allen Manipulationen an Füllungen für 2 Wochen wiederholen.
    2. Dauerzufuhr bis 100 Mikrogramm über 2 - 4 Monate, Zahnärzte nehmen die doppelte Menge auf Dauer.


    CAVE: ab 450 Mikrogramm/Tag als Dauertherapie besteht Vergiftungsgefahr. Tip: Als Ersatz für die sehr teuren Selenpräparate empfehle ich die homöopathische Aufbereitung dieses Spurenelements: Selenium metallicum D 3 enthält 250 Mikrogramm, D4: 25 Mikrogramm.
  • 8.5 Zink

    Das Zink ist in einer großen Zahl von Stoffwechselvorgängen als wichtiger Kofaktor eingebunden. Daher ergibt sich eine entsprechende Menge von positiven, physiologischen Wirkungen dieses Spurenelements (52):
    • fördert die humorale, zellvermittelte und unspezifische Immunität
    • Biokatalysator als Kofaktor von 24 Enzymen
    • Aktivierung des DNS und RNS-Stoffwechsels
    • kontrolliert die Integrität von Biomembranen
    • aktiviert das Thymulin (Fördert die Reifung der T-Lymphozyten im Thymus)
    • hemmt die IgE-vermittelte Histaminfreisetzung aus den Mastzellen
    • wirkt vielen Metallbelastungen antagonistisch entgegen, vor allem gegen Hg, Pb und Cd, Cu.


    Durch den Kupferanteil des Amalgams wird das Zink kompetitiv aus dem Organismus verdrängt, somit steigt die Empfindlichkeit auf Hg (2). Uns ist der Zusammenhang zum Funktionskreis Niere über den Punkt LG 4, auf dem es Resonanz zeigt, bekannt. Daher verwundert nicht die Literaturangabe, wonach Zink bei Inpotenz wirksam wäre (53). Tagesbedarf etwa 20 mg.

    Therapeutische Anwendung: Bis zu 80 mg pro Tag für 3 bis 6 Wochen. CAVE: Ab 150 Milligramm/Tag über längere Zeit ist eine Vergiftung möglich. Tip: Wieder als Ersatz für das teure Zinkorotat empfiehlt sich Zincum chloratum D6 (die Nr. 21 der Schüssler-Salze), davon sollen 3 mal 2 Tab. tgl. eingenommen werden.

8.6 Vitamin C (50)

Ascorbinsäure bildet ein Redoxsystem (dh. es kann sowohl Elektronen abgeben als auch welche aufnehmen), das an vielen Stellen in den zellulären Stoffwechsel eingreift. So z. B. in der Kollagenbiosynthese, bei der Steroidsynthese, beim Aufbau des Noradrenalin. Die induzierten Redoxreaktionen sind für den Abbau freier Radikale von äußerster Wichtigkeit. Als wasserlösliche Substanz entfaltet Ascorbinsäure seine Wirkung vor allem im wässrigen Milieu.

Ascorbat kann zwei Elektronen an Metalle wie Hg, Kupfer, Gold, Palladium und Platin abgeben, die dadurch negativ geladen werden. Dadurch werden Metalle aus bestehenden Verbindungen gelöst und können über Stuhl, Harn und Galle ausgeschieden werden. Tagesbedarf: 75 mg

Therapieempfehlungen: 500 mg bis 2 g/Tag über 2 Wochen
CAVE: Bei des angegebenen hohen Dosierungen kann es zu Ablagerungen von Oxalatsäure, einem Abbauprodukt von Vitamin C, in den Nieren kommen.
  • 8.7 Vitamin E (50)

    Tocopherole sind eine Gruppe von Substanzen, die vor allem in keimendem Getreide vorkommen und gemeinsam mit hochungesättigten Fettsäuren aufgenommen werden. Sie wirken wie Vitamin C als Redoxsystem. Sie schützen verschiedene Substanzen vor der Oxidation (wie ungesättigte Fettsäuren) und eliminieren freie Radikale. Sie entfalten ihre Wirkung, im Unterschied zum Vitamin C, vor allem in lipidreicher Umgebung (Fettgewebe, Drüsen, Nervengewebe, Membranen, Mitochondrien). Die schädigende Wirkung von Fehlernährung kann reduziert werden (50).

    Tagesbedarf: 25 - 30 mg
    Therapeutische Dosis: 200mg/Tag über 2 Wochen
  • 8.8 Vitamin B3 (50)

    Nicotinsäure und Nicotinsäureamid ist Bestandteil einer großen Zahl von Enzymen und des NADP, welches als wichtigstes Wasserstoff-übertragendes Coenzym wirkt. Es wirkt auf Haut und Schleimhäute, erweitert die Hautgefäße und senkt den Cholesterinspiegel.

    Tagesbedarf: 20 mg
    Therapeutische Dosis: 1000 mg/Tag über 2 Wochen
  • 8.9 Koriander

    Coriandrum sativum wird üblicherweise als Gewürz beim Brotbacken, darüber hinaus als Heilkraut bei Gastritis, Dyspepsie, Obstipation und Blähungen verwendet (54). Y. Omura (55) beobachtete 1995 zufällig, dass chinesische Petersilie hocheffizient Thallium 201 aus den intrazellulären Depots entfernt. Die Ausscheidung von Hg, Pb und Al wurde ebenfalls deutlich erhöht. Experimente von D. Klinghardt ergaben, dass Korianderkraut eine noch größere Entgiftungswirkung auf intrazelluläre Depots entfaltet (44). Diese Erkenntnis ist daher so bedeutend, da gerade die intrazellulären Ablagerungen die entscheidende, therapeutische Schwierigkeit darstellen und nun endlich eine Substanz gefunden ist, die auch solch schwierig zu erreichenden Depots beeinflussen kann.

    Zu empfehlen sind die Tinktur und die Spagyrische Essenz von Koriander, hergestellt von der Firma Spagyrik, Hauptstraße 4, A-9131 Grafenstein, Österreich, Tel.: 04225-2454. Unter RAC-Kontrolle findet man die Essenz etwa 6 mal häufiger als die Tinktur.

    Dosierung: 2 mal 10 Tropfen/Tag
  • 8.10 Chlorella / Spirulina (56)

    Die Gabe dieser beiden Süßwasseralgen dient zur Verhinderung einer Rückresorption der Schwermetalle im Dickdarm und zur Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs. (Wird ausgeschieden, ohne Algen zu verabreichen, nehmen die unteren Darmabschnitte einen beträchtlichen Teil der Schwermetalle wieder auf!).

    Chlorella ist eine Kugelalge, die im Süßwasser lebt und sich durch den höchsten Chlorophyllgehalt, der je in einer Pflanze gefunden wurde, auszeichnet. Darüber hinaus enthält sie eine große Zahl von Vitaminen und Mineralstoffen. Sie unterstützt die körpereigene Interferonproduktion und stimuliert die Aktivität von Makrophagen und andere Immunzellen. Sie wirkt hemmend auf Tumorwachstum. Außerdem weißt sie eine sehr hohe Bindungsaffinität zu Hg, Cadmium, Blei, Kupfer und andere Schwermetalle auf. Auch die Ausscheidung chemischer Stoffe aus dem Organismus, wie Pestizide uä. wird gefördert.

    Spirulina ist ebenfalls eine Süßwasseralge, sie zeichnet sich durch einen besonders hohen Eiweißgehalt mit einem bemerkenswerten Anteil von essentiellen Aminosäuren aus. Ebenso enhält sie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.
    Unter RAC-Kontrolle wird in fast 90 % Chlorella gefunden.

    Dosis: 3 mal 3 - 5 Tabletten/Tag
  • 8.11 Bärlauch / Knoblauch

    Bärlauch und Knoblauch wirken desinfizierend und regulierend auf die Darmflora und senkt die Darmgifte durch Reduktion der Fäulnisprozesse deutlich ab (54). Es wirkt gefäßerweiternd und anregend auf den Gallefluss und die Funktion aller Verdauungsdrüsen. Zusätzlich gegen Durchfälle, Koliken, Blähungen, Dyspepsien, Obstipation, Würmer, Husten und Verschleimung. Die Nierenfunktion und somit die Ausscheidung wird angeregt. Aus diesem Grund soll einer der beiden Heilmittel zur Förderung der Ausscheidung über Galle und Niere gegeben werden.

    Dosis: 2 ma 10 Tropfen/Tag

9. Nachwort

Der vorliegende Review-Artikel soll Anstoß zum Nachdenken und Handeln sein und gleichzeitig wertvolle Informationen liefern. Nachdem die Diskussion über die optimale Vorgangsweise bezüglich Schwermetallen aller Art noch lange nicht abgeschlossen ist, mögen Sie bitte die übermittelten Informationen als Blitzlichter und die angeführten Vorschläge als Arbeitsgrundlagen verstehen, die sich bereits praktisch bewährt haben, jedoch dem Bedürfnis einer laufenden Verbesserung unterliegen.

Ich möchte alle Interessierten ermuntern, die Diskussion nicht abreißen zu lassen und neue Erkenntnisse für Diagnose und Therapie aufzugreifen und mir zuzusenden.


Aufgrund dieser gesammelten Unterlagen werde ich Ihnen regelmäßig in größeren Abständen den jeweils aktuellen Stand an dieser Stelle mitteilen.

Wir haben diese Artikelserie mit einem Zitat von SCHOPENHAUER begonnen. Lassen wir sie also auch mit zwei Zitaten, die hervorragend zu diesem Thema passen, ausklingen: Dietrich KLINGHARDT: "Alle engagierten Naturheilkunde-Mediziner werden notgedrungen im Laufe der Zeit zu "kleinen Zahnärzten" und alle engagierten Zahnärzte zu Naturheilkunde-Medizinern" Max PLANK: "Neue Erkenntnisse setzen sich nicht durch. Es sterben lediglich ihre Gegner aus."
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  • Literatur

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